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Maler nenne ich mich

Text: Christiane Heuwinkel

Ein Bild aus hundert Bildern: Wenn der Düsseldorfer Künstler Imi Knoebel im Kunstmuseum Wolfsburg „Ein Bild“ zeigt, komponiert er seine Ausstellung genau so, wie er auch ein Bild kreiert: „Wenn ich eine Ausstellung mache, versuche ich, einfach ein neues Bild zu schaffen, mit Bildern, die ich gerade gemacht habe oder die ich zusammenbringe.“

Imi Knoebel, Aliaaa, 2002. Acryl, Aluminium, 306 x 455,8 x 10,8 cm. Schauwerk Sindelfingen.
Foto: Ivo Faber, © VG-Bild Kunst, Bonn 2014


Anlässlich des 75. Geburtstags von Imi Knoebel richtet das Kunstmuseum Wolfsburg nach mehr als 15 Jahren die weltweit erste umfassende Ausstellung zum Œu­vre dieses bedeutenden deutschen Künstlers aus. „Imi Knoebel. Werke 1966-2014“ zeigt zentrale Werke und Werkgruppen von den Linienbildern (1966) über „Raum 19“ (1968/2006), „Eigentum Himmelreich“ (1983) und den Aluminiumbildern der 1990er-Jahre bis hin zu aktuellen Arbeiten.
 
Als Schüler von Joseph Beuys, der den Kunstbegriff revolutionierte, entwickelt Knoebel bereits an der Kunstakademie Düsseldorf ein grundlegendes Formen­vokabular, aus dem er rigoros abstrakte Bilder schafft. Kasimir Malewitsch, Schöpfer des „Schwarzen Quadrats“ (1915), liefert ihm den Nährboden für eine künstlerische Haltung jenseits der „Welt der Dinge“. Bereits die erste raumgreifende Arbeit, „Raum 19“, die Knoebel 1968 noch an der Akademie kreierte, legt eine grundlegende Eigenschaft seines Werkes offen: die Hinterfragung der Malerei im Raum.

Für Imi Knoebel ist jedes einzelne Bild Teil eines sich stets erweiternden Gesamtwerks. Bis heute greift der Künstler frühere Arbeiten auf, ergänzt und erweitert sie oder interpretiert sie neu. Dieser Schaffensprozess innerhalb des Gesamtœu­vres spiegelt sich in der Inszenierung. Die 40 x 40 Meter große Ausstellungshalle bietet seinem Werk eine adäquate, offene und großzügige Architektur. Der Künstler platziert darin drei diagonal durch den riesigen Raum gezogene Wände. „Damit eröffne ich Wege“, erklärt Imi Knoebel, der seine Ausstellung selbst inszeniert hat. Obgleich er auf nahezu fünf Jahrzehnte zurückblickt, ist diese nicht historisch angelegt. Zu Beginn zeigt er „eigentlich nur die Anfänge – und dann ist alles durcheinander!“

Imi Knoebel. Werke 1966-2014
25. Oktober 2014 bis 15. Februar 2015
Spuren der Moderne
bis 26. Oktober 2014
Real-Surreal. Meisterwerke der
Avantgarde-Fotografie.
15. November 2014 bis 06. April 2015

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