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WOLFSBURGER IN ALLER WELT

Foto: privat

 
Name: Dennis Eggeling
Beruf: Umweltingenieur
Stadt: Essen
Land: Deutschland

Wo stecken Sie gerade?
In London. Meine Freundin ist Engländerin und wir wohnen zusammen im Nordwesten Londons.

Und was machen Sie dort?
Ich arbeite für Expedia in der Marketingabteilung.

Seit wann sind Sie dort?
Ich bin seit knapp 9 Jahren in London und fühle mich wohl hier. Die Engländer sind sehr offen, allerdings muss man als Deutscher mit den üblichen Witzen leben.

Warum sind Sie dort?
Nach meiner Ausbildung 2004 wollte ich noch einen Universitätsabschluss machen und damals gab es den Bachelor nur in den Niederlanden und England. Nach meinem Abschluss bin ich einfach hier geblieben und habe mich eingelebt. Besonders gut gefällt mir die Internationalität und die Mentalität der Leute. Die Menschen kommen hier aus allen Teilen der Welt zusammen und es ist aus meiner Sicht ein hervorragendes Beispiel, dass eine friedliche Multikulti-Gesellschaft möglich ist. Die Engländer sind ein Volk, das man schnell ins Herz schließt (solange es nicht um Fußball geht).

Was vermissen Sie an Wolfsburg?
Ich vermisse den VfL, Pferdewurst und einfach das Schlendern durch die City. Zwar verfolge ich mittlerweile auch intensiv die Englische Premier League, werfe aber als erstes immer einen Blick auf die Ergebnisse unseres VfL. Wenn ich in Wolfsburg bin, decke ich mich regelmäßig mit jeder Menge Fleischwaren ein, um ein Stück Heimat mit nach London zu nehmen. Logischerweise sind die Shoppingmöglichkeiten in London praktisch endlos, aber Wolfsburg hat etwas herrlich Überschaubares und beim Schlendern trifft man gelegentlich auf Freunde und Bekannte.

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Besonders in Erinnerung sind bei mir die Samstage auf dem Markt. Es riecht nach Gewürzen, Blumen und die Rathausuhr spielt ihr bekanntes Glockenspiel. Außerdem den einmaligen Moment in der Arena am 23.05.2009 als Josué die Meisterschale in den Wolfsburger Abendhimmel reckt und mir die Tränen in die Augen schießen.

Gewissensfrage: Welches Auto fahren Sie gerade?
Ha, das ist einfach. Gar keins! In London lohnt sich ein Auto einfach nicht. Ich fahre jeden Morgen mit der Underground, die man auch einfach nur „Tube“ nennt. Sie wird gleichermaßen gehasst und geliebt. Wenn bei einem „Signal Failure“ mal wieder nichts geht, rollen die Passagiere mit den Augen und es wird auf die TfL (Transport for London) geschimpft.

Wie oft sind Sie noch hier?
Ich komme regelmäßig an Weihnachten zurück nach Wolfsburg.

Wollen Sie jemals wieder zurück?
Ich würde es zwar nicht komplett ausschließen, aber ich habe mich mittlerweile gut in England eingelebt und fühle mich hier wohl. Die Engländer sind sehr offen, interessiert und haben sich den Hang zum Kindlichen bewahrt. Ich habe oft das Gefühl, dass es in Deutschland sehr ernst zugeht. Die Engländer dagegen haben keine Hemmungen, mal richtig albern und schräg zu sein. Ich kann mir durchaus vorstellen zu bleiben. Zwar nicht unbedingt in London, aber vielleicht in einem kleinen Nest außerhalb.