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WOLFSBURGER AUS ALLER WELT

Foto: Thomas Kubiczek

 
Name: Hatice Karagöl

Beruf: Kulturpädagogin
Ort: Stadtmitte
Herkunft: Varto, Türkei

Wo kommen Sie her?
Es gab Zeiten, in denen wäre ich an dieser Frage verzweifelt. Hätte ich sagen sollen, dass ich aus der Türkei bin? Dabei bin ich dort nur geboren worden. Aus Kurdistan? Aber wo bitte soll dieses Land liegen? Aus Deutschland? Weil ich hier lebe? Aus Ecuador? Kuba? Weil ich auch dort gelebt habe? Heute weiß ich, dass ich auf die Frage nach meiner Heimat niemals nur ein Land nennen könnte. All diese Länder sind meine Heimat – meine ganz persönlichen Heimaten.

Und was machen Sie hier?
Ich arbeite seit der Spielzeit 2012/13 als Theaterpädagogin am Theater Wolfsburg.

Seit wann sind Sie hier?
Ich bin im August 2013 nach Wolfsburg gezogen. In meiner Wohnung habe ich mich gleich wohl gefühlt. Es war so, als hätte ich schon immer hier gewohnt. Mit dem Einrichten lasse ich mir noch Zeit. Meine Wohnung ist wirklich geduldig.

Wieso sind Sie hergekommen?
Das Theater hat mich nach Wolfsburg gelockt. Ich wusste nicht viel über die Stadt, aber es war die richtige Entscheidung, denn ich mag die Arbeit am Theater sehr, weil sie unkonventionell ist. Am Wolfsburger Theater gefällt mir besonders, dass ich viele Möglichkeiten der kreativen Entfaltung habe. Ich kann mich sehr gut weiterentwickeln und mir bereitet die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen große Freude.

Was schätzen Sie an Wolfsburg?
Wolfsburg ist eine äußerst spannende Stadt. Es gibt keinen Wolfsburger, der seine Stadt nicht liebt. Gleichzeitig kenne ich keinen Pendler, der Wolfsburg liebt. Ich mag die Stadt wegen ihrer Ambivalenz. So viel Kritik sie auch bekommen mag, die Stadt hat meiner Meinung nach viel Potential: Sie ist noch sehr jung, da wird noch viel passieren. Darauf bin ich gespannt.

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Kaninchen. Ich sehe überall Kaninchen. Noch nie habe ich so viele an einem Ort gesehen. Sie haben mich schon bis in meine Träume verfolgt. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Kaninchen nicht nur auf Straßen und Wiesen. Sie klettern auf Bäumen, jagen Hunde oder sitzen friedlich auf Laternen und Häuserdächern. Aber wenn ich meine Augen offen halte, sehe ich sie im Garten vor meinem Fenster, wie sie sich gegenseitig verspielt jagen und dabei tolle Muster erlaufen oder einfach nur die Sonne genießen. Das versüßt mir den Tag.

Gewissensfrage: Welches Auto fahren Sie gerade?
Bisher reicht mir mein Fahrrad aus. Von meiner Wohnung aus ist alles fußläufig zu erreichen, weshalb ich kein Auto benötige. Allerdings gibt es eine hellgraue Kastenente aus den 70er-Jahren, die irgendwo in den Höfen Freiburgs steht. Die würde ich gerne fahren. Nur leider ist sie unverkäuflich.

Was machen Sie am Wochenende?
Bisher hatte ich leider wenig Gelegenheit, die Stadt an den Wochenenden kennenzulernen, aber ich habe mir fest vorgenommen, mehr Freizeit hier zu verbringen. Den Anfang bilden das Kunstmuseum, der Kunstverein und Veranstaltungen im Hallenbad. Das Theater sowieso.

Sonst noch was?
Ich wünsche mir eine Bahncard 100 und einmal in die VIP-Lounge zu einem VfL Wolfsburg Spiel eingeladen zu werden. Dann könnte ich Bahn- und Fußball-Fan werden.