Im Nebel

Ein Gespräch mit Frank Rauschenbach,
Geschäftsführer des Hallenbades zum Artikel

Ansichtssache

Containerterminal und Autokino, Klang- oder Fotoinstallationen, starke Künstlerprojekte sowie Objektgeschichten in einer „Hall of Fame“ von 10.000 vor Christus bis heute: In der Ausstellung „Wolfsburg Unlimited“ im Kunstmuseum wird die Stadt zum Weltlabor ganz eigener Art.
Text: Ralf Beil

Don Eddy, Untitled (Volkswagen), 1971, Acryl auf Leinwand, Leihgabe der Österreichischen Ludwig Stiftung, Mumok Wien, © Don Eddy 2016

 
Ob im Leben oder in der Kunst – zentral ist, dass wir mit Veränderungen bei uns selbst beginnen, vor unserer Haustür, in unserer unmittelbaren Umgebung. „Wolfsburg Unlimited“ verbindet deshalb ganz bewusst unternehmerische und kreative Energie, Verortung und Entgrenzung.

Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler werden die Stadt im Museum spiegeln und damit die „Stadt als Weltlabor“ erlebbar machen. Erstmals wird das gesamte Museum zum Ausstellungsort: vom Entree über die Foyerflächen und Vermittlungsräume bis hin zum Japan-Garten. Eigens für die Ausstellung werden großangelegte Künstlerprojekte realisiert. Neben dem Autokino von Julian Rosefeldt entstehen eine Reiseperformance von und mit John Bock, Fotoinstallationen von Eva Leitolf und Peter Bialobrzeski, ein Wolfsburg-Mural von Didier Rittener sowie ein Klang-Raum von Nevin Aladag.

„Wolfsburg Unlimited“ geht es darum, die Geschichte(n) und (Un-)Möglichkeiten dieser sehr besonderen Stadt auszuloten, die markanten Raum- und Zeitachsen des 1938 als „Stadt des KdF-Wagens“ gegründeten Unternehmenssitzes mit Wohnanschluss zu untersuchen – von der Gartenstadt der 40er-Jahre, den Agglomerationen und Trabantenstädten der 50er- und 60er-Jahre über die Fußgängerzone Porschestraße der 70er- und 80er-Jahre bis hin zur Event City mit Autostadt, Outlet Stores und Phaeno Science Center ab 2000.

Die Stadt mit dem Wolf im Namen steht auf besondere Weise für die Realitäten der Moderne wie der Gegenwart. Die „Hauptstadt von Volkswagen“ ist ein exemplarischer Ort für die zweite Hälfte des 20. und den Beginn unseres 21. Jahrhunderts, insbesondere in der Spannung zwischen Industrialisierung, Mobilisierung und Digitalisierung, zwischen Masse und Individuum, lokaler und globaler Aktion.

„Wolfsburg Unlimited. Eine Stadt als Weltlabor“ denkt Wolfsburg aus künstlerischer Sicht neu: als Experimentierfeld unserer Gegenwart und Zukunft mit starken, mitunter irritierenden Botschaften aus der Geschichte.

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› Wolfsburg Unlimited
24. April bis 11. September 2016
› Jeppe Hein. This Way
bis 13. März 2016


Weitere Informationen finden Sie unter
www.kunstmuseum-wolfsburg.de