Lichter in der Stadt

Im Gespräch mit Stefan Krieger, dem neuen Leiter
des Geschäftsbereichs Kultur zum Artikel

Knalleffekte

Text: Andrea Behrens
Foto: Matthias Leitzke

Die im Rahmen der Sonderausstellung „Luffffft – federleicht und tonnenschwer“ neu aufgelegte Gas Show zeigt in ästhetischen und unterhaltsamen Experimenten, welche verblüffenden physikalischen Eigenschaften Luft und ihre Bestandteile besitzen. Aber wie schafft es ein Experiment in die Show?

 
Ein kleines Brett liegt am Boden des Wissenschaftstheaters und wird gleich seinen großen Auftritt in der Gas Show haben. Das unscheinbare Brett ist bei den Phaeno Showmastern so beliebt, dass es einen Spitznamen bekam: Brett Pitt.

»Der Prozess der Optimierung
ist nie abgeschlossen.«

„Jedes Showelement sollte etwas Besonderes bieten: Es muss überraschen, etwas anschaulich demonstrieren oder für einen tollen Effekt sorgen“, erklärt Davy Champion, Organisator der Shows im Phae­no. Im Falle von Brett Pitt ist es die Überraschung mit einfachen Alltagsmaterialien. Ein kleines Brett, verbunden mit einer Schnur, wird leicht am Ende hochgezogen. Es bleibt jedoch am Boden liegen, wenn man eine Zeitung darüber legt. Der äußere Luftdruck drückt so stark auf die große Fläche des Zeitungspapiers, dass man das Brett nicht mehr anheben kann. Die Schnur reißt – die Zuschauer sind verblüfft. Innerhalb einer halben Stunde gibt es natürlich noch viel mehr zu sehen: Stickstoffbrunnen brodeln, Wolkenringe fliegen, Staubsauger schießen, Shownebel wabert!

Dass eine neue Show geprobt wird, sieht man Davy Champions Arbeitsumgebung schon Wochen vorher an. Seltsame Utensilien wie Erlenmeyerkolben, Glasröhren oder Milchtüten werden auf seinem Tisch gelagert und bei jeder Gelegenheit Neues ausprobiert. Ideen treffen bei ihm per E-Mail ein oder er wird auch gerne mal auf ein Experiment angesprochen. Zudem steht Davy Champion im Kontakt mit Showkünstlern aus Science Centern überall auf der Welt.

Nach vielen Monaten der Ausarbeitung steht das Grundgerüst. Dann schlägt die Stunde der ersten Probe, mit dabei die Ausstellungsmitarbeiter, die die Show spä­ter vorführen. Eines der spektakulärsten Experimente ist die Stickstofffontäne – ein richtiger Hingucker in der Vorstellung. Nicht das Experiment bot bei der Probe Stoff für viele Diskussionen, sondern der Stickstoff. Mit diesem Element scheint jeder gerne zu experimentieren. Nur wie kann man den Effekt am besten zur Geltung bringen? Mit zusätzlichem Licht, das war schnell allen Beteiligten klar. Aber wie viel Licht wird gebraucht und von wo im Raum soll es kommen? Ein Wunsch bei allen Shows ist es auch, das Publikum mit einzubeziehen. Zum Beispiel könnte man zwei Gäste Kerzen um die Wette auspusten lassen, in dem sie auf eine luftgefüllte Flasche schlagen. Spannend, was von diesen Ideen aus den Proben in der Show dann übernommen wird. Das entscheiden am Ende auch die Zuschauer mit. Was nicht gut ankommt, wird aussortiert.

„Der Prozess der Optimierung ist nie abgeschlossen“, erklärt Davy Champion. Variationen halten die Show lebendig. So wird eine gemeinsam erarbeitete Idee für den Anfang der Show erst mal umgesetzt. Der Showmaster sitzt in einem Wohnzimmer auf dem Sofa, liest eine Zeitung und legt dann los – mit Brett Pitt, dem ungewöhnlichen Superstar der neuen Show!

Die Gas Show wird an Wochenenden und in den Ferien um 13.00 Uhr angeboten.
Kosten: 1 Euro zzgl. Tagesticket. Ab 5 Jahren geeignet.

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.phaeno.de