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Ein Gespräch über den
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Ich bin dein Vater

So einfach zu beantworten wie einst für Luke Skywalker und Darth Vader ist die Frage der Vaterschaft in manchen Fällen leider nicht. Das Team „Beistandschaften“ des Jugendamtes der Stadt Wolfsburg unter der Führung von Claudia Steding steht hier unterstützend zur Seite.
Text: Inga Lorenz   Foto: Ali Altschaffel

Das Team „Beistandschaften“ vom Jugendamt: Cirsten Figge, Nicola Wrobel, Claudia Steding und Andrea Lässig (Svenja Grammes und Frank Stein fehlen)

 
Was genau ist eine Beistandschaft und von wem kann diese beantragt werden? „Der Begriff Beistandschaft bedeutet, dass wir dem alleinerziehenden Elternteil bei der Vaterschaftsfeststellung beistehen“, sagt Claudia Steding. Wenn es schlecht läuft, kommen gleich mehrere Männer als potenzieller Vater in Frage. „In meiner beruflichen Karriere haben wir in einem Fall fünf Männer getestet und der letzte war dann tatsächlich auch der biologische Vater. Und das ist kein Einzelfall.“

Auch bei der Unterhaltsdurchsetzung wer­den alleinerziehende Elternteile vom Jugendamt nicht im Stich gelassen. Wenn es sein muss, sogar bis hin zum gerichtlichen Verfahren. „Wir dürfen in der Regel die Mutter und das Kind wie ein Anwalt bis zum Oberlandesgericht vertreten.“ Mit dem Unterschied, dass die Vertretung in diesem Fall kostenfrei ist. Weigert sich der unterhaltspflichtige Elternteil die Zahlungen vorzunehmen, geht es ans Eingemachte. Es folgt ein gerichtliches Verfahren und es kann zu Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, Lohn- und Sachpfändungen kommen, die ebenfalls vom Jugendamt eingeleitet werden. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Vaterschaft festgestellt wurde und die Beurkundung darüber auch vorliegt.

„Die Zahl der zu Betreuenden ist schwan­kend, weil die Beistandschaft nur bis zum 18. Lebensjahr geht. Das heißt, es rücken mal mehr, mal weniger Anträge nach. Geführt werden im Moment an die 1.000 Beistandschaften für Wolfsburg“. Dazu kommen noch zahlreiche Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Das Team braucht Feedback. „Wir sind natürlich auch auf die Rückmeldungen und die Zusammenarbeit mit unseren Antragstellern angewiesen und benötigen hier Informationen. Zahlt der Unterhaltspflichtige? Wie viel? Zahlt er pünktlich? Hat sich irgendetwas geändert? Wir hören von den Erziehungsberechtigten nur, wenn es Probleme mit den Unterhaltszahlungen gibt. Freuen würden wir uns jedoch auch über Rückmeldungen, wenn es gut läuft oder wie es überhaupt läuft.“

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Feedback und weitere Informationen unter
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