Zwischen Arduino
und Adrenalin

Die Phaenomenale erfindet sich neu zum Artikel

Die Kunst Der Tortenschlacht

Text: Rita Werneyer

„Manchmal führt es zu nichts, wenn man etwas macht, manchmal führt es zu etwas, wenn man nichts macht.“
Francis Alÿs

Dick und Doof alias Laurel & Hardy in: „Die Schlacht des Jahrhunderts“ / „The Battle of the Century“. USA 1927. © CCA


Die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg stellt Werke zeitgenössischer Künstler in den Kontext der stummen Slapstick-Filme aus der Frühzeit der Filmgeschichte. Sie verfolgt somit die Charakteristika des Slapstick bis in die Gegenwartskunst. Objekte, Installationen, Fotografien und Filme von Künstlern wie John Bock, Rodney Graham, Wilfredo Prieto, Timm Ulrichs, Fischli/Weiss, Bruce Nauman, Francis Alÿs oder Alexej Koschkarow werden in einem lockeren Ausstellungsparcours mit ausgewählten Schlüsselsequenzen aus bekannten Stummfilmklassikern mit Größen wie Charlie Chaplin, Buster Keaton, Harold Lloyd oder Laurel & Hardy kombiniert.

Der Slapstick war ursprünglich ein einfaches Theaterrequisit, das ein Schlaggeräusch imitierte. Aus der Narrenpritsche entwickelte sich schließlich die Bezeichnung für ein ganzes Genre, dessen Geschichte sich von der italienischen Volkskomödie, der Commedia dell’Arte, über das Vaudeville Theater bis hin zu den frühen Slapstick-Komödien des 20. Jahrhunderts verfolgen lässt. Die Tücken der Bananenschale, Tortenschlachten, Prügeleien und Verfolgungsjagden, aber auch die kleinen Arglisten des Alltags und der Kampf zwischen Mensch und Maschine sind zu berühmten Slapstick-Einlagen geworden. Bildende Künstler sind den großen Meistern auf den Fersen und haben sich immer wieder die kulturellen Codes des Slapsticks zu Nutze gemacht. Sie spielen in ihren Arbeiten in unterschiedlichen Medien gezielt mit Zitaten, Motiven und Konzepten, die dem Genre entlehnt sind.

Slapstick! Alÿs, Bock, Chaplin, Hein, Laurel & Hardy, Keaton, Matta-Clark u.a.
bis 02. Februar 2014

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