Der eigenwillige
Herr Schneider

Ein Gespräch mit Christian Schneider, dessen Vater eine der größten 35mm-Filmsammlungen in deutscher Sprache zusammengetragen hat zum Artikel

Geometrische Schönheiten und Geheimnisse

Text: Andrea Behrens
Foto: Deutsche Telekom AG

Phaeno-Direktor Dr. Wolfgang Guthardt und Ausstellungsmacher Dominik Essing sprechen über die „atmende Riesenkugel“. Die sogenannte „expanding sphere“ schwebt im Phaeno Wolfsburg über der neuen Sonderausstellung „Mathe x anders“. Die spezielle, faltbare Kugelkonstruktion verändert ihren Durchmesser stufenlos von etwa 50 cm auf bis zu 4,5 Meter. Insgesamt sind in der Sonderschau vom 04.05.2013 bis 05.01.2014 über 30 Phänomene zu sehen – die erste Sonderausstellung des Phaeno mit einem Schwerpunkt auf geometrischen Formen und Körpern in den verschiedensten Facetten.

Die atmende Riesenkugel „expanding sphere“ von Chuck Hoberman


„Die „expanding sphere“, die atmende Riesenkugel von Chuck Hoberman, ist das Prunkstück der Ausstellung und Symbol für die Schönheit geometrischer Phänomene“, erklärt Dr. Wolfgang Guthardt. Die Verbindung von Naturwissenschaft und Kunst ist im gesamten Ausstellungsbereich des Phaeno ein besonderes Merkmal: Das Verstreichen von Zeit und optische Täuschungen sind ebenso sinnlich erlebbar wie die kinetische Skulptur „expanding sphere“. Durch das harmonische Pulsieren bei immer gleicher Kugelstruktur gewinnt man den Eindruck, dass diese Sphäre atmet. „Diese künstlerische Darstellung von Phänomenen berührt in besonderer Weise, so dass alle Besucher etwas für sich mitnehmen können: von der reinen Mathematik über praktische Anwendungsmöglichkeiten bis zur Wunderwelt der Formen“, ergänzt Dr. Guthardt.

Mit der einmaligen Ausstellung, dessen Prunkstück durch die Deutsche Telekom AG unterstützt wird, vermittelt das Phaeno spannende Formen und Muster ohne Zahlen, Formeln und Gleichungen – aber mit Herausforderungen an das räumliche Vorstellungsvermögen. Die neuen Phänomene ermöglichen einen Einblick in die faszinierende Welt der Geometrie: Auf dreidimensionalen Sternen klettern, Figuren drehen, Origami-Figuren falten oder seltsame Körper wie Oloide zum Taumeln bringen – all dies macht Spaß und fordert uns zu gedanklichen Höchstleistungen heraus.

„Beim Kuchenbacken, Zeltaufbauen, Lotto­spielen, Hausstreichen, ja sogar beim Tischdecken begegnet uns Mathematik. Fast jeder von uns nutzt diese mehr als er denkt! Außerdem beflügelt die Geometrie Architektur, Industrie und Wissenschaft: Von modernen Bauwerken wie dem Phaeno bis zum Moleküldesign für die medizinische Forschung“, erklärt Dominik Essing, der Organisator der Ausstellung.

Vor Ort wird auch so manches geometrische Geheimnis gelüftet: Ein Laserstrahl, der sogenannte „Feuerring“, zerschneidet komplexe geometrische Körper optisch und offenbart ihre Grundstruktur. Aus geraden Fäden lassen sich Hyperboloide – eine Art Zylinder mit Wespentaille – formen und aus einer geschwungenen zweidimensionalen Figur entsteht durch Rotation das Abbild einer Glühbirne. Die oft in der abstrakten Zahlenwelt verborgenen Zusammenhänge werden so an den Stationen durch Objekte, Körper und Räume einem ästhetischen Erlebnis und einer Erkenntnis zugeführt. Geometrische Kunstwerke wie beispielsweise „Round Wave“ von Reuben Margolin, das eine sich ausbreitende Welle simuliert oder das Mitmach-Kaleidoskop „Geometron“ von John Edmark ergänzen das Spektrum der Ausstellung und zeigen, wie sehr Kunst von Mathematik und Natur beeinflusst wird.

An verschiedenen Puzzles sowie mit Bausteinen und Ornamenten werden Muster und ihre Symmetrien erforscht und es wird gezeigt, wie man diese ins Dreidimensionale fortsetzen kann. Besucher erzeugen ihre eigene Badezimmerkachel oder konstruieren mithilfe eines großen Spirographen Mandalas zum Mitnehmen. Auch die unsichtbare Geometrie des Lichtes – Projektionen, Perspektiven und Proportionen – können die Besucher spielerisch erforschen. Mithilfe eines Laserstrahls, der rundum gespiegelt wird, konstruiert man beispielsweise einen Kreis, Objekte werfen verräterische Schatten und Schwingungsmuster entstehen wie aus Zauberhand. Auch Knobeleien mit Knoten und Schlingen aus dem Bereich der Topologie bringen die Köpfe zum Rauchen.

„Wenn die Besucher die neue Ausstellung erforscht haben, werden sie viele Naturphänomene des Alltags neu entdecken. Vielleicht sogar manche Herausforderung des Lebens wie Dinge-für-einen-Umzug-Stapeln leichter meistern“, ist sich Dominik Essing sicher.

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.phaeno.de