Das zweitbeste Glück

Gespräch mit Klaus Allofs zum Artikel

INS LEBEN VERMITTELN

Text: Annette Siemer
Foto: Ali Altschaffel

Das Jugendförderzentrum sorgt dafür, dass Jugendliche nicht auf der Strecke bleiben. Bei dem Pilotprojekt in der Dieselstraße erhalten junge Menschen die Hilfe, die sie brauchen, um den Einstieg ins Berufsleben zu meistern. Stadt und Jobcenter sind die Träger des Projektes.

Praxisnah werden die Teilnehmer auf das Berufsleben vorbereitet, hier auf dem Außengelände des Integrationszentrums der Diakonie Wolfsburg

 
Im Jugendförderzentrum trifft man junge Leute wie den 22-jährigen Denis Krüger, der seinem dreijährigen Sohn eine Perspektive geben möchte. Oder Nadine Gaede (21), die etwas Handwerkliches lernen möchte, um endlich arbeiten zu können. Und Marco Plewka (17), der sich hier dermaßen wohl fühlt, dass er sagt: „Besser als zu Hause herumgammeln“. Das ist bezeichnend für das Projekt: Wer hier mitmacht, hat erkannt, dass sich Arbeitslosigkeit nicht lohnt und will selbst etwas ändern.

Fehlender Schulabschluss, Wohnungslosigkeit, Probleme im Elternhaus – die Gründe, warum Jugendliche ohne Perspektive bleiben, sind vielschichtig. Genau darum geht es in der Einrichtung. „Eine Ausbildung und selbstständige Lebensführung, das sind die Ziele, die ganz individuell erarbeitet werden“, sagt Werner Schmidt, Geschäftsführer der Wolfsburger Beschäftigungs gGmbH. Die WBG führt das Jugendförderzentrum gemeinsam mit dem Jobwerk. „Zum Team gehören fünf Sozialpädagoginnen, eine Psychologin und eine Lehrkraft für Basiskompetenzen. Sie stehen den Teilnehmern zur Seite, um mit ihnen ihre Probleme zu bearbeiten und Förderpläne zu erstellen.“

In den Bereichen Holz, Lagerlogistik, Kreativ-Werkstatt, Handel und Verkauf, Metallwerkstatt, Farbe und Raum kann jeder seine Talente entdecken. „Das ist alles sehr praxisorientiert“, sagt Schmidt. Und darin liegt ein Teil des Erfolgs. Denn in den sechs Monaten bis zwei Jahren, in denen man dabei sein kann, werden auch Praktika in den Kooperationsbetrieben absolviert.

„25 Prozent der insgesamt 178 Lernenden, die im Jugendförderzentrum gestartet sind, konnten wir in eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle vermitteln“, sagt Caroline Schulz, die für das Jobwerk das Projekt betreut. „Viele haben einen sehr schwierigen Lebenslauf und deshalb ist das ein persönlicher Erfolg für uns und ein großer Gewinn für die Jugendlichen.“

Weitere Informationen finden Sie unter
www.jobwerk.info und www.wbg-wob.de