Der eigenwillige
Herr Schneider

Ein Gespräch mit Christian Schneider, dessen Vater eine der größten 35mm-Filmsammlungen in deutscher Sprache zusammengetragen hat zum Artikel

Junge Künstler und junge Musik

Text: Almuth Czwilka
Foto: Augustin Rebetez

Mit dem Festival Move On Up widmet die Autostadt in Kooperation mit dem Hallenbad – Kultur am Schachtweg Newcomern der Popszene und ihren Zuhörern einen eigenen Abend im Rahmen der Movimentos Festwochen.

Sophie Hunger

 
„Dave Sünti ist Dave Sünti und alles andere ist alles andere.“ So beschreibt der Braunschweiger Musiker selbst sein Schaffen – unnütz, seine Musik weiter definieren zu wollen. Wer es doch versucht, landet bei einem speziellen Mix aus minimalistischen Elektrosounds, Sprechgesang und Klängen, die aus alten Synthesizern kommen. Zu hören ist Dave Sünti zusammen mit anderen jungen Künstlern der Popszene in der ganz besonderen Atmosphäre des Hallenbads – Kultur am Schachtweg. Hier wird am 13. April Move On Up stattfinden, ein kleines Festival mit junger Musik von jungen Künstlern. Absolutes Novum: Die auftretenden Newcomer zeigen an diesem Abend ein einmaliges Programm, das sich mit dem Thema Toleranz auseinandersetzt. Sie eröffnen damit ihren Zuhörern einen persönlichen musikalischen Zugang zum Thema des diesjährigen Festivals.

„Es wird ein Abend für eine junge Generation von Musikern, aber auch von Zuhörern“, erklärt Dr. Maria Schneider, Kreativdirektorin der Autostadt und künst­lerische Leiterin der Movimentos Fest­wochen. Die Musik ist dabei so vielfältig wie die Künstler, die sie vortragen: David Lemaitre ist in Bolivien aufgewachsen, heute lebt und arbeitet er in Berlin. Der Singer-Songwriter steht für sorgfältig aus­gewählte musikalische Sets, in denen Gitarre und Loop-Gerät, aber auch Glockenspiel oder Streicher zu finden sind. In seinem Sound mischen sich Folk und Elektronika zu faszinierendem Art-Pop. Im Support des deutschen Musikprojekts Get Well Soon, der schwedischen Band Junip oder dem New Yorker Chris Ganeau war der musikalische Querdenker bereits auf vielen europäischen Bühnen und Festivals zu hören.

Bereits einen großen Schritt weiter ist Musikerkollegin Sophie Hunger, die beispielsweise durch ihre Konzerte bei den renommierten Jazzfestivals in Montreux und Montreal vielen im Ohr ist. Ihr Album „1983“ war ein Nummer-eins-Erfolg in der Schweiz und stieg kurz darauf auch in die europäischen Charts ein. Die Schweizerin bedient sich in ihrer Musik nicht nur den vielen sprachlichen Facetten von Deutsch, Schwyzerdütsch, Englisch und Französisch, sondern vereint auch musikalische Stile wie Chanson, Jazz, Folk, Rock und Pop zu einem unverkennbaren Klang. Zu hören ist dieser auch auf ihrem aktuellen Album, das den Titel „The Danger of Light“ trägt.

Einen hohen Wiedererkennungswert haben auch Stabil Elite. Die Mischung der Düsseldorfer Band aus Krautrock, Neuer Deutscher Welle und Postrock überzeugte die Jury des NRW-Kultursekretariats, die der Düsseldorfer Band im vergangenen Jahr den „Popup NRW“-Preis als beste Newcomer-Band verlieh. Zusätzlich zu Bass, Gitarren, Drums und analogen Synthesizern nutzen Nikolai Szymanski, Martin Sonnensberger und Lucas Croon exotische Sounds von Sitars oder Xylophonen. Stil, Witz und Ekstase zeichnen überdies ihr Debütalbum „Douze Pouze“ aus – ein Mix, der ankommt. So lobte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ den „funkelnden, verführerischen Pop“ von Stabil Elite und kürte das Album zur „CD der Woche“.

„Spaß und Leute, die abgehen und tanzen“ erwartet Dave Sünti von Move On Up im Hallenbad. Wer bei den Konzerten im Nichtschwimmerbecken und unter den Sprungtürmen dabei sein möchte, kann Karten über www.movimentos.de kaufen oder an den bekannten Vorverkaufstellen erwerben. Ob laut oder leise, bekannt oder unbekannt – Move On Up verspricht für die Künstler wie für ihre Zuhörer ein besonderes Erlebnis zu werden.

Der Braunschweiger Dave Sünti hat bei Move On Up im Hallenbad ein Heimspiel.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Die Musik entsteht aus dem Moment heraus. Meistens nehme ich zuerst Geräusche und Drums in meinen Sampler und experimentiere damit so lange, bis das Drumset rollt und mein Kopf nickt. Dann setze ich mich an die Synthesizer und spiele darauf los. In meinen Texten reflektiere ich Dinge, die mich umgeben und beschäftigen. Später kommt alles zusammen – der beste Teil meiner Arbeit, weil ich dann ein Ziel vor Augen habe.

Wie kam es zu der Liebe zu Synthesizern?
Ich bin leidenschaftlicher Vinyl-Sammler und bekam früh elektronische Scheiben aus den 70ern in die Finger. Ich war hin und weg von diesem Sound und begann zu recherchieren, was dort für Geräte benutzt wurden. Es waren oft riesige Kästen mit Kabeln und Knöpfen. Als ich die Gelegenheit bekam, auf einem echten analogen Synthesizer zu spielen, gab es kein zurück. Strom auf jede erdenkliche Weise hörbar zu machen ist der Wahnsinn.

Braunschweig ist nicht Berlin. Was magst du an der Region und wie beeinflusst sie dich?
Ich bin sehr oft in Berlin und freue mich dann auch immer, wieder hier zu sein. Ich kann mich hier besser auf meine Arbeit konzentrieren und man ist auch ganz fix im Harz, wenn man mal eine Auszeit braucht. Auch mit Wolfsburg verbindet mich eine lange Beziehung, da mein Vater viele Jahre dort gearbeitet hat und nach wie vor im kulturellen Bereich sehr aktiv ist.

Move On Up
13. April 2013, 20.00 Uhr

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.movimentos.de