Wie eine Zirkusdirektorin

Interview mit Christel Rothe, der scheidenden Leiterin des Galerie Theaters Wolfsburg zum Artikel

Kleine Flitzer

Kid-Cars – Die Autostadt zeigt in einer Ausstellung die Geschichte
des motorisierten Kleinstautomobils.


Vom eigenen Auto träumen nicht nur die Erwachsenen, sondern auch schon ihre Kinder. Eine Ausstellung im Zeithaus der Autostadt zeigt ab Juni die Geschichte des motorisierten Kleinstfahrzeugs. Ihren Anfang nahm sie in den 1920er-Jahren: Die Automobilhersteller Ettore Bugatti und Ferdinand Porsche konstruierten damals für ihre Söhne Roland und Ferry eigene kleine Autos. Der Mini-Porsche, ein Zweisitzer mit 3,5 PS-Viertaktmotor, blieb ein Einzelstück, doch der Miniatur-Rennwagen Typ 52, der nach dem Vorbild des legendären Bugatti T35 entstand, führte zu einer Kleinserie. Auch andere Hersteller wie Citroën und Audi beglückten in der Folgezeit die Sprösslinge wohlhabender Eltern mit Miniaturen ihrer Modelle. Die kon­struk­tiven Ansprüche waren dabei sehr hoch und der Bezug zum Original, dem „großen Bruder“, sehr wichtig.

Auch der Hamburger Konstrukteur Cuno Bistram entwickelte Ende der 1940er-Jahre mit einfachsten Mitteln kleine Rennwagen als Fahrattraktionen für den Tierpark Hagenbeck. In der kargen Nachkriegszeit konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene dort auf einem Rundkurs Gas geben und sich fühlen wie die damaligen Rennfahrer-Idole. Nach dem Tod von Cuno Bistram im Jahre 1973 wurde die Bahn abgebaut und die Wagen eingelagert. Erst 2012 wurden sie geborgen und der Öffentlichkeit anlässlich einer Ausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg präsentiert. Das Zeithaus zeigt einen der Scheunenfunde. Auch typische Utensilien wie die Ballonhupe, eine Ledermütze oder Kinderhandschuhe aus dieser Epoche machen den Zeitgeist lebendig und nehmen den Besucher mit auf eine spannende Entdeckungsreise.

Neben dem „Cuno Bistram“ wird ein Bugatti T52, der den Beginn der motorisierten, maßstabsgetreuen und funktionstüchtigen Kleinstautomobils beschreibt, und eine Citroenette C6, die bereits aus größerer Serie stammt, im Erdgeschoss des Automuseums gezeigt. Ein wahrer Kindertraum ist auch der Porsche 911 junior, der wie das Audi 80 Mini Cabrio beispielhaft für den Marketinggedanken hinter den Kleinstfahrzeugen steht. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurde damit das Ziel verfolgt, den Nachwuchs der zahlungskräftigen Kunden schon frühzeitig für die Traditionsmarken zu begeistern. Heute lassen die kleinen Flitzer Sammlerherzen höher schlagen.
[BW]

Cuno Bistram hat’s vorgemacht – Schülerinnen und Schüler der OBS Papenteich und der Neuen Schule Wolfsburg bauen gemeinsam mit der Autostadt auf Basis der damaligen Entwicklungen des Hamburger Konstrukteurs eigene Fahrzeuge mit zukunftsweisenden Antriebskonzepten.
Mehr dazu auf www.autostadt.de