Im Nebel

Ein Gespräch mit Frank Rauschenbach,
Geschäftsführer des Hallenbades zum Artikel

11 Fragen an Tatjana Butschik

Tatjana absolviert ihr einjähriges Freiwilliges Soziales Jahr im Hallenbad.
Sie sorgt für den reibungslosen Ablauf des Kinoprogramms.

01 / Seit wann bist du im Hallenbad?
Seit September 2015. Es ist verrückt, wie schnell die Zeit vergeht, aber ich bin tatsächlich schon ein halbes Jahr hier beschäftigt.

02 / Wie kam es dazu?
Nach dem Abi in Hildesheim wollte ich raus aus dem Schulumfeld: Eine Ausbildung oder ein Studium direkt im Anschluss kamen für mich deshalb nicht in Frage. Ich habe mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kulturbetrieb entschieden, da ich Menschen kennenlernen, Arbeitsluft schnuppern und mich in der Kulturbranche orientieren wollte. Und hier bin ich nun!

03 / Was machst du dort?
Meine Hauptverantwortung liegt im Kinobereich. Ich wähle Filme aus, gestalte das Programm, kümmere mich um die Filmdistribution, die Kasse und Abrechnung. Ich sorge dafür, dass sich die Gäste im Kino wohlfühlen. Das ist eine große Aufgabe und ich muss sehr selbstständig arbeiten – das war anfangs ungewohnt und ich weiß das Vertrauen sehr zu schätzen.

04 / Was fasziniert dich am Kino?
Kino ist ein Forum von und für Menschen und eine besondere Form von Kunst. Jeder Besucher hat die Chance auf verschiedene Weise zu partizipieren. Kino weckt Emotionen: Freude, Trauer, Spannung, Sehnsucht, Angst und gibt Inspiration für das eigene Leben.

05 / Hast du einen Lieblingsfilm?
Ich mag „London Nights“ von Alexis Dos Santos (2009). Ein ruhiger Film mit schöner Bildsprache, der allgegenwärtige Themen behandelt und das Leben realitätsnah und ungeschönt spiegelt. Viele finden ihn langweilig – ich entdecke aber immer wieder neue Facetten und kann ihn sehr empfehlen.

06 / Welche Musik hörst du gern?
„Sleepwalking“ von Modest Mouse, das ist sehr melodische Musik voller Rhythmus.

07 / Welchen Ort auf dieser Welt möchtest du unbedingt noch bereisen?
Ich habe einen besonderen Bezug zu Russland, meine familiären Wurzeln liegen dort. Ich möchte das Land bereisen, wissen, wie es sich anfühlt, dort zu leben, und die Kultur kennenlernen – back to the roots.

08 / Was gefällt dir an Wolfsburg?
Mein Eindruck ist, dass Wolfsburg eine offene, multikulturelle Stadt ist. Ich habe schnell Anschluss gefunden und besondere Menschen kennengelernt. Die Stadt ist überschaubar und bietet ein großes kulturelles Angebot – das macht sie für mich lebenswert.

09 / Gibt es etwas, das dich stört?
Mir fehlen ein paar historische Altbauten. Mir ist bewusst, dass die Stadt jung ist und es deshalb schlichtweg keine geben kann. Sie vermittelt leider oft einen zu gewollten Eventcharakter mit ihren vielen großen Veranstaltungen. Zu oft steht die Stadt als Auftraggeber im Hintergrund auf dem Plan – es gibt leider nur wenig Subkultur, hier fehlt an manchen Stellen das Herzblut im Detail.

10 / Hast du einen Lieblingsort hier?
Ich bin gerne in der Stadtbücherei, die ein tolles Bücher- und Medienangebot hat. Dort arbeiten freundliche Menschen und es ist sehr gemütlich.

11 / Was möchtest du 2016 unbedingt erledigen?
Ich plane einen Open-Stage-Abend im Hallenbad, mein Abschlussprojekt im Rahmen des FSJ-Kultur. Jeder ist willkommen, mit Gedichten, Texten, Musik, Tanz, Akrobatik oder anderen Kunstformen – es darf auch gerne digital sein. Los geht es am 19. Mai um 19.00 Uhr.