Top 50
Essen & Trinken

Ranking für Wolfsburg zum Artikel

Theater im Theater

Text: Marc Halupczok
Foto: Hermann Posch

Bevor die Pforten für die Sanierung geschlossen werden und das Theaterprogramm im Congresspark in vielfältiger Weise weitergeführt wird, gibt es im April und  Mai noch Theater in all seinen Varianten im Scharoun-Bau am Klieversberg. Komödie und Krimi wechseln sich mit Oper, Operette und Konzert ab. Auch das Kinder- und Jugendtheater bietet noch einmal ein umfangreiches Repertoire.

Bühnenadaption des Bestsellers „Die Päpstin“

 
Aber der Reihe nach: Kriminalistischen Spürsinn beweist am 24. April das Imperial Theater Hamburg auf dem „Polizeirevier Davidwache“. „Die Päpstin“ – nach der Romanvorlage des Bestsellers –  ist in einer mit neun Schauspielern und einem Musiker besetzten Aufführung am 5. Mai zu Gast. In keiner Spielzeit fehlen darf das Theater an der Ruhr mit einer Inszenierung von Roberto Ciulli: „Immer noch Sturm“ von Peter Handke zeigt den Zweiten Weltkrieg aus der Sicht der unterdrückten Kärntner Slowenen. Von Ciulli als Totenkult mit Traumcharakter adaptiert, zu erleben am 6. Mai.

»Neben dem glamourösen Star
war die Monroe vor allem
ein sensibler und unsicherer Mensch.«

Nur einen Tag später ist ein Universalgenie zu Gast in Wolfsburg. In „Einsteins Verrat“ von Bestseller-Autor Eric-Emmanuel Schmitt trifft der Wissenschaftler in den USA auf zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine ist ein FBI-Agent, der den Deutschen für einen Kommunisten hält, der andere ein Obdachloser, der Einstein überwachen soll. Ein Schauspiel auf den historischen Spuren des Wissenschaftlers, das durch die NSA-Affäre auch aktuelle Bezüge aufweist. In den Hauptrollen sind unter anderem die bekannten Schauspieler Volker Brandt und Matthias Freihof zu sehen. Am 11. Mai gastiert dann die Berliner Komödie am Kurfürstendamm mit dem Stück „Die Lokomotive“ am Klieversberg. Anita Kupsch spielt in der Komödie die resolute Russin Sonja, die Ende der 50er-Jahre in Paris lebt, noch immer ihrer Jugendliebe in der Heimat nachtrauert und ihr schließlich wieder begegnet – was zu Problemen führt.

Deutlich musikalischer geht es bei dem Lustspiel „Rund um Kap Horn“ am 25. April zu. Die Verwechslungskomödie des Ohnsorg-Autors Fritz Wempner um die Hafenkneipe Kap Horn wird mit Gitarre, Akkordeon, Kontrabass und anderen Instrumenten begleitet. In der Schweriner Bühnenfassung wird das Stück als Operette aufgeführt. „Der Zarewitsch“ von Franz Lehár mit dem bekannten Wolgalied gastiert am 3. Mai in Wolfsburg und spricht ebenfalls die Operettenliebhaber an. Mit „Il trittico“ kommen aber auch die Freunde der „ernsten Musik“ auf ihre Kosten. Am 30. April werden die letzten drei Opern aus der Feder von Giacomo Puccini gespielt. Der Komponist selbst verband die drei Einakter „Il Tabarro“, „Suor Angelica“ und „Gianni Schicchi“ 1918 zu einem Opernabend, der sich auf verschiedene Arten mit dem Tod beschäftigt.

In unverkennbar beschwingter Art ist der beliebte Entertainer Götz Alsmann unterwegs. In seinem neuen Programm lässt er mit seiner Band die Klassiker aus dem Musical „My Fair Lady“ wieder auferstehen und hat dabei noch die eine oder andere Überraschung parat: „Es grünt so grün“ am 28. April. Das Landestheater Detmold nähert sich in dem Solo­stück „Marilyn Monroes letztes Band“ von Bernd Steets einer anderen Ikone. Neben dem glamourösen Star war die Monroe vor allem ein sensibler und unsicherer Mensch. Schauspielerin Anna Sjöström möchte vor allem dieses Bild vermitteln und lädt am 10. Mai zu einer Reise in die Welt von Erfolg und Depression ein. Am 14. Mai kommt dann Charlie Chaplins unsterbliches Werk „Moderne Zeiten“ zu einer besonderen Aufführung: Die komplexe Musik des Stummfilmklassikers wird vom Staatsorchester Braunschweig interpretiert. Die Spielzeit endet schließlich mit der 6. Theaterwerkstatt.

Kinder und Jugend
Auch für die jüngeren Besucher hält das Theater Wolfsburg vor der Sanierung noch einige Leckerbissen bereit. So ist „Schneewittchen“ am 27. April in Wolfsburg zu Gast. Das „theater 3 hasen oben“ verspricht allen Besuchern ab vier Jahren ein unvergessliches Erlebnis, denn das bekannte Märchen wird in einer besonderen musikalischen Version erzählt. Ebenfalls für Kinder ab vier Jahren ist die Mitspiel-Oper „Hokus Pokus Holderbusch“, die sich eng an den Klassiker „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck anlehnt und als idealer Einstieg für die große Welt des Musiktheaters gilt. Die Aufführung findet am 29. April auf der Hinterbühne statt. An gleicher Stelle ist wenige Tage später, am 4. Mai, ein weiteres Märchen zu sehen. „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ ist für Kinder ab acht Jahren geeignet. Die Schauspielerin Barbara Kratz übernimmt dabei 28 Rollen – 26 Menschen und zwei Tiere. Die szenische Lesung „Faust I“ am 6. Mai im Hallenbad von der Bremer Shakespeare Company richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren. Das ebenfalls im Hallenbad aufgeführte „Romeo und Julia“ soll Jugendliche ab 12 Jahren für das Theater begeistern. Die rund 60-minütige Kurzfassung des Stücks läuft am 13. und 14. Mai. Die Vorstellung des Masken-Beatbox-Theaters „Klasse Tour – School’s out, join the fun!“ von Michael Vogel und Ensemble am 8. Mai ist leider schon ausverkauft.

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.theater.wolfsburg.de