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Ein Gespräch mit dem Wolfsburger Tätowierer
Oliver Fiedler zum Artikel

Die Klänge der Mathematik

Text: Andrea Behrens
Foto: Matthias Leitzke

Die zwei Sonderausstellungen „Mathe x anders – Die Magie der Formen und Muster“ und „Klingende Zahlen“ widmet das Phaeno der Mathematik. Sie zeigen die spannenden, ja sogar magischen Verbindungen zwischen Geometrie, Kunst, Musik und Zahlen.

„Round Wave“ von Reuben Margolin

 
Die Sonderausstellung „Klingende Zah­len“ wurde vom Musikpädagogen Michael Bradke geschaffen. Studiert hat der Ausstel­lungsmacher u.a. Musikethnologie. Durch ein Praktikum lernte er Museen mit sogenannten „Hands on“-Exponaten kennen und erkannte, dass man damit in Ver­bindung mit Musik noch mehr machen kann. Mit Spielmobilen und Kindermuseen begann er; heute ist er weltweit in Science Centern tätig. Bradke selbst spielt Kontrabass und ist ein Anhänger von Jazz-Musik.

Im Gespräch mit dem freischwimmer führt er uns in seine spannende Welt ein:

Wie kamen Sie auf die Idee, Mathematik und Musik zu verbinden?
Das Ganze begann 2004 mit einem Auftrag, dies wissenschaftlich in einer Ausstellung zu verknüpfen. Ich bin Musiker und gehe deswegen automatisch viel mit Zahlen, Rhythmus, Takt und Metren um. Musik besteht einfach aus viel Mathematik. Ich habe mich immer sehr für die Musik in der ganzen Welt interessiert. Dann fängt man an zu recherchieren und es kamen die ersten Ideen.

Wie entstehen aus Ideen diese sehr originellen Exponate?
Von der Idee bis zum Produkt kann es dann sehr lange dauern. Manchmal sogar zwei Jahre und länger. Denn mir ist die Ästhetik sehr wichtig. Die Schönheit des Exponats soll direkt zum Ausprobieren auffordern. Von Ausstellung zu Ausstellung verbessern wir auch die Exponate stetig.

Was ist das Besondere an dieser Ausstellung? Was nehmen die Besucher mit?
Den Mut Musik zu machen und den Spaß am Experimentieren. Und sie nehmen Fragen mit. Fragen, die vielleicht auch schon in der Ausstellung beantwortet werden.

Sie waren bereits für das Phaeno tätig. Was ist Ihrer Meinung nach das besondere an dieser Einrichtung, auch im Vergleich zu anderen Science Centern?
Besonders natürlich die wahnsinnige Architektur! Sehr schön ist an der Zusammenstellung der Exponate, dass es auch viele künstlerische Phänomene gibt. Sie regen uns an, auf andere Weise zum Denken. Mein Lieblingsexponat? Es gibt so viele tolle Exponate … Der Feuertornado ist dramatisch und auch das Exponat im Eingangsbereich mit den großen Kugeln – der Ring³ gefällt mir sehr gut.

Sind Mathematiker gute Musiker und Musiker gut in Mathe? Wie ist es bei Ihnen?
Nein, ich war nicht so gut in Mathe. Ich hatte wohl einen gnädigen Lehrer. Ich bin durch die Arbeit an der Ausstellung wieder motiviert worden, an Mathematik heranzugehen. Ich habe vieles neu verstanden. Die Ausstellung setzt auch an einem anderem Niveau an: der Schönheit der Mathematik und das eher intuitive Verständnis des Zusammenhangs zwischen Mathematik und Musik.

 

Sonderausstellung „Mathe x anders“
04.05.2013 bis 05.01.2014
Sie faszinieren durch ihre ästhetische Erscheinung und ermöglichen so einen erweiterten Zugang zur Welt der Mathematik: Die Kunstwerke „Expanding Sphere“ von Chuck Hoberman oder „Round Wave“ von Reuben Margolin und andere Exponate der Sonderausstellung „Mathe x anders – Die Magie der Formen und Muster“.

Sonderausstellung „Klingende Zahlen“
28.06.2013 bis 25.08.2013
Diese Ausstellung möchte Neugierde für die faszinierende Welt der Mathematik und Musik wecken. Sie lässt die spannenden Verbindungen zwischen beiden erfahrbar werden durch eigenes und gemeinsames Experimentieren mit den von Michael Bradke geschaffenen Klangobjekten. Dabei geht es nicht nur um den physikalisch-technischen Aspekt, sondern auch um eine begreifbare Grundlage für das Wiedererkennen von mathematischen und musikalischen Phänomenen und deren Zusammenhänge.

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.phaeno.de