Der eigenwillige
Herr Schneider

Ein Gespräch mit Christian Schneider, dessen Vater eine der größten 35mm-Filmsammlungen in deutscher Sprache zusammengetragen hat zum Artikel

FRÜHLINGSERWACHEN

Text: Nikole Kudelka
Foto: Ali Altschaffel

„Alles in Bewegung“ heißt das Motto im Allerpark. Hier kann gepaddelt und geskatet, gebowlt und gebolzt, geklettert und gebaggert und Grizzlys auf Schlittschuhkufen zugejubelt werden. Ganz klar, dass ein Artikel über das sensationell vielseitige Naherholungsgebiet kein staubtrockener Bericht sein darf. Zum Allerpark gehört eine Erlebnisreportage. Und zu einer solchen ein Selbstversuch. Hat der freischwimmer gemacht – und dem Frühling auf die Sprünge geholfen.

Kirschblüte vor der Soccafive-Arena

 
Wer kennt das nicht: Der Winter ist vor­über, doch so richtig will die Natur nicht in Gang kommen. Weil mich die Ungeduld plagt, ziehe ich aus, um den Frühling zu suchen. Und zwar im Herzstück des grünen Wolfsburgs: dem Allerpark.

Ich weiß, auch an kalten Tagen kann man hier eine Menge Spaß haben. Zum Beispiel im Badeland oder im Bowling-Center. Bei meinem Spaziergang sehe ich auch ein paar Eishockeyfans in die Eis-Arena pilgern, bestimmt zu einem packenden Spiel der Grizzly Adams, doch ich will endlich Outdoor! Wo sind all die Inlineskater, Radler und Jogger? Die BMXler und die Wassersportler? Wo bleiben die Blumen, die Schmetterlinge und die saftigen Wiesen?

Als ich ein Team vom „Geschäftsbereich Grün“ treffe, komme ich dem Lenz langsam auf die Spur. Mit einer ordentlichen Portion Energie schneiden die Mitarbeiter vertrocknete Äste von den Bäumen, reinigen die Wege und ebnen die Maulwurfshügel auf den Wiesen ein. Außerdem werden die Stauden zurückgeschnitten, damit sie jetzt im Frühjahr ordentlich durch- und austreiben können. Susanne Hutmacher vom Team der Landschaftsgärtner erklärt mir, dass sie den Frühling bereits im Herbst vorbereitet haben. Viele Blumenzwiebeln wurden gesteckt. Der Gehölzschnitt wurde nicht abgeräumt; sondern ausgelegt, damit die Kaninchen ihn abfressen können und die Sträucher in Ruhe lassen. Jetzt wird alles aufgeräumt. „Frühjahrsputz“, schießt es mir durch den Sinn und plötzlich bekommt dieses Wort eine völlig neue Bedeutung für mich. Von nichts kommt nichts und man kann dem Frühling sehr wohl auf die Sprünge helfen.

Da will ich natürlich direkt mitmachen und darf als Erstes ein paar Maulwurfs­hügel begradigen – natürlich nachdem mir jemand aus dem Team versichert hat, dass den Tieren nichts passiert. Weil das Schneegestöber plötzlich nachlässt, will ich noch mehr und schnappe mir eine Motor-Heckenschere. Ganz schön schwer das Gerät, doch aus Sicherheitsgründen darf ich es nicht anwerfen. Der Krach, den die Maschinen der anderen machen, wird den Frühling aber wecken, da bin ich mir auf einmal sicher. Während ich mich Seite an Seite mit dem Team vom „Geschäftsbereich Grün“ um die Rosenhecken kümmere, sehe ich am Himmel die ersten Zugvögel heimkehren.

„Was können wir noch tun?“, frage ich, nun hochmotiviert. Die Holzstege müssen gesäubert werden und auf den Brücken liegt noch Streusand, der muss weg. Außerdem muss das Laub zusammengeharkt werden. Den Frühling zu wecken und ihm den Weg zu ebnen ist ganz schön anstrengend, aber es lohnt sich. Als ich später weiterziehe, bemerke ich die ersten Osterglocken – also, es geht doch! Überhaupt beginnt langsam alles zu sprießen und, ja, zu erwachen. Das beruhigt mich, denn ich weiß: die Leute vom „Geschäftsbereich Grün“ haben die Jahreszeiten im Allerpark bestens im Griff.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.allerpark.net