Auf Bildung bauen

Im Gespräch mit Julia Leusmann und Friederike Jörke
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Wir lieben Flipper!

Es soll krachen, blinken und scheppern in der einmaligen Ausstellung „ausgeflippt“, die weltweit erstmals im Phaeno zu sehen ist.  
Text: Andrea Behrens   Fotos: Pacific Pinball Museum

 
Die Show ist eine Hommage an die großen Flipperzeiten und ein Eldorado für alle Fans oder für all die, die es noch werden wollen. Denn Flipperautomaten machen nicht nur Spaß und fordern unsere Geschicklichkeit beim Spiel heraus. In diesen Maschinen steckt vor allem sehr viel Technik und künstlerisches Design. In Zusammenarbeit mit dem Pacific Pinball Museum (USA) zeigt das Phaeno von Mai bis September berühmte Flippermaschinen, ihre technischen Elemente und physikalischen Prinzipien sowie kunstvolle Aufbauten der Automaten. Mehrere von Flippern inspirierte Installationen von internationalen Künstlern ergänzen die Ausstellung mit verblüffenden und spielerischen Elementen.

„Für sich allein ist das Flipperspiel interaktive, kinetische Kunst. Aber ohne die sensationellen Grafiken und verführerischen Bilder hätte es nicht überlebt. Durch Verknüpfung beider Elemente entsteht eine eindrucksvolle Kombination, die immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert hat“, sagt Direktor Michael Schiess vom Pacific Pinball Museum.

Die Flipper aus den USA stammen vor allem aus den 60er- und 70er-Jahren. Mit dabei sind Berühmtheiten wie der Fireball, das absolute Highlight für alle Kenner, und Wizard!, der von der Rockoper „Tommy“ von The Who inspiriert wurde. Damit die jüngeren Flipperfans nicht zu kurz kommen, werden auch drei beliebte Objekte der 90er-Jahre aus einer privaten Sammlung gezeigt: The Addams Family, Terminator 2 und Indiana Jones.

Und auch die Technik bekommt ihren Platz. Während gläserne, bespielbare Automaten einen Einblick in das elektromechanische Innenleben ermöglichen, können die Besucher am Galton-Flipper eine Wahrscheinlichkeitsverteilung erspielen. Ergänzt wird die Ausstellung aus den USA durch Kunstwerke aus Australien, Frankreich und Deutschland. Vier Flipper-Musikinstrument-Hybriden des australischen Künstlers Lucas Abela laden zum Ausprobieren außergewöhnlicher Spiele ein. Hauptziel der Werke von Abela ist das Erzeugen von Tönen und nicht das Erzielen von Punkten. Ein Beispiel für seine fantasievollen Werke ist Balls for Cthulhu, ein Flipper in Form eines Pentagramms für mehrere Spieler. Das Spielfeld enthält zehn Gitarren, deren Saiten die volle Wucht der von den Spielern abgeschossenen Kugeln übernehmen.

Inmitten der Ausstellung wird Niklas Roy aus Berlin eigens für das Phaeno eine große, bespielbare Flipperinstallation aus Alltagsgegenständen wie Haartrocknern und Ventilatoren aufbauen. Drei hölzerne, von Flippern inspirierte Maschinen des französischen Künstlers Pierre Andrès, die viele noch von der Kugelbahnenausstellung im Phaeno 2012 in Erinnerung haben, runden das Flipperprogramm ab.

„Bei dieser großen Auswahl an Flippern wird jeder etwas zum Spielen, Ausprobieren und Staunen finden. Und das alles, ohne einen Cent zu riskieren“, verspricht Davy Champion, Organisator der Ausstellung.

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› „ausgeflippt“
14. Mai bis 02. September 2015

Weitere Informationen unter www.phaeno.de