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Von den Tieren lernen

Text: Andrea Behrens
Foto: Matthias Leitzke

Von der Spinne bis zum Orang-Utan – zehn „architektonische Experten“ animieren die Besucherinnen und Besucher in der Wanderausstellung „Architektierisch“, menschliche und tierische Bauweisen zu entdecken.


In der Mitmachausstellung bearbeiten die Besucher Holz wie ein Biber, ziehen mit Sack und Pack um wie ein Einsiedlerkrebs oder bauen sich ein Iglu wie ein Eisbär seine Höhle. Nach tierischen Vorbildern konstruieren sie schwimmende Häuser, großartige Netz- und Turmbauten oder lustige Baumhäuser.

Die Ausstellung eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern von 3 bis 12 Jahren. „Bauen und Konstruieren fördert die Feinmotorik, die Kreativität und den Teamgeist. Spielerisch lernen die Besucher dabei viel über Architektur und Baukultur“, erklärt Dr. Christof Börner, Phaeno Organisator der Ausstellung.

»Viele Architekten suchen
sich Vorbilder in der Natur,
um Neues zu schaffen.«

Zum Einstieg in jede Tierstation zeigt ein großformatiges Kippbild, ein sogenanntes Lentikularbild, tierische und menschliche Bauten im direkten Vergleich. Hörstationen und Filme inspirieren dazu, sich mit der Lebensweise des Tieres und Aspekten von Architektur und Baukultur auseinanderzusetzen. Am Ende jedes Films und jeder Hörstation werden die Besucher herausgefordert, verschiedene Aufgaben zu meistern – von wackligen Wolkenkratzerbauten über schwimmende Häuser bis zu kniffligen Brückenkonstruktionen.

„Viele Architekten suchen sich Vorbilder in der Natur, um Neues zu schaffen. Denken Sie beispielsweise an das Zeltdach des Münchener Olympiastadions. Die Ausstellung passt hervorragend zur Gestaltung des Phaeno, das von der Star-Architektin Zaha Hadid aus künstlichen Landschaften, Terrassen, Kratern und Plateaus geformt wurde“, erklärt Phaeno Direktor Michel Junge.

Die Termiten, Rekordhalter im Wolken­kratzerbauen, reizen die Besucher beispielsweise, wagemutige Türme aus Hölzern zu errichten. Ein Meisterwerk der Geometrie ist die Bienenwabe. Diese Tierstation lädt zum Begreifen von räumlichen Strukturen ein. Das besonders bei kleinen Kindern beliebte Steckspiel „In welche Stanzform passt das Dreieck, die Kugel oder der Stern“ ist in der Ausstellung als begehbarer Würfel erlebbar. Die Spinne motiviert zu verschiedenen Netz-Konstruktionen: Völlig frei oder nach einem Schema werden verschiedene Netze gewebt. Ein großformatiges Bild der berühmten Golden-Gate-Bridge animiert dazu mit alltäglichen Haushaltsmaterialien außergewöhnliche Brückenbauten zu errichten.

„Neben dem kreativen Arbeiten regt die Ausstellung auch zum Nachdenken über das Wohnen an sich an: Spielerisch gestaltet man einen Umzug und eine sprechende Parkbank erzählt von verschiedene Wohnsituationen“, erklärt Christof Börner.

„Architektierisch“
Die Ausstellung wurde vom Grazer Kindermuseum „Frida & Fred“ entwickelt und ist erstmalig in Deutschland zu sehen.

Vom 26. Juli bis 12. Oktober 2014.

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.phaeno.de