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Gemeinsam ins Leben

(Kinder-)Krankenschwestern haben viel Erfahrung mit Neugeborenen. Sie stehen Eltern zu Hause zur Seite, wenn nötig sogar bis zu einem Jahr. Wir stellen „Frühe Hilfen“ vor, ein kostenloses Präventionsangebot der Stadt.

Miriam Schön kümmert sich um die Angebote für frisch gebackene Eltern

 
Wolfsburg tut viel, um dem Ruf einer familienfreundlichen Stadt gerecht zu werden und hat dabei auch schon die Allerkleinsten im Blick. Eines dieser Angebote ist die Familienbegleitung, die sich an Eltern mit einem Baby im Alter bis zu einem Jahr richtet. Die Kosten übernimmt die Stadt.

In den meisten Fällen verläuft der Start mit dem Nachwuchs harmonisch, doch manchmal gestaltet sich die Elternrolle schwieriger als gedacht. Die Gründe, die die Pädagogin Miriam Schön aufzählt, können vielfältig sein: So gibt es Eltern, die sich im Umgang mit ihrem Baby unsicher fühlen oder Mütter, die als Alleinerziehende an ihre Grenzen kommen. Anderen fällt es schwer, eine gute Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen oder sie können die Pflege nicht allein bewältigen, weil das Kind ein Frühchen oder gesundheitlich eingeschränkt ist. In solchen Fällen ist es hilfreich, schon früh auf kompetente Unterstützung bauen zu können.

Miriam Schön ist die Netzwerkkoordinatorin für „Frühe Hilfen“, wozu neben der Familienbegleitung auch der Babybesuchsdienst gehört. Als solche koordiniert sie das Angebot für frisch gebackene Mütter und Väter. Sollte der Wunsch nach einer Familien­begleitung bestehen, dann ist sie es, die die Familie als erste besucht und in Erfahrung bringt, ob das Angebot das richtige ist. Wenn ja, dann steht den Eltern fortan eine von sieben berufserfahrenen (Kinder)-Krankenschwestern mit Rat und Tat zur Seite. Sie besuchen die Familie zu Hause, etwas mehr als acht Stunden im Monat und maximal so lange, bis der Säugling seinen ersten Geburtstag feiert.

 „20 Familien werden derzeit betreut“, sagt Miriam Schön. „Und wir haben durch die Bank recht positive Rückmeldungen. Viele Familien ziehen am Ende der Maßnahme ein gutes Fazit und berichten, dass sie im Umgang mit ihren Kindern viel sicherer geworden sind.“ Wer weiter Hilfe benötigt, wird auch danach nicht allein gelassen. Denn Miriam Schön kann auf eine Vielzahl von Netzwerkpartnern zurückgreifen, darunter Kinderärzte, Hebammenpraxen, Beratungsstellen, Familienzentren, Schuldnerberatung oder die Familienhilfe, die bei Bedarf weiterhelfen. „Aber die Familienbegleitung ist kein Angebot, das sich nur an Problemfamilien wendet.“ Das hervorzuheben ist Miriam Schön besonders wichtig.
[AS]