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Der Wow-Effekt

Drei Wochenenden mit Musik, Tanz, Kabarett, Kleinkunst und Varieté. Monika Kiekenap-Wilhelm und Ingrid Eichstädt stellen das neue Programm der Internationalen Sommerbühne vor.

Die Organisatorinnen Monika Kiekenap-Wilhelm und Ingrid Eichstädt vom Kulturwerk freuen sich auf das Spektakel im Schlosspark

 
Bei all den Künstlern, die im Schlosshof schon Furore gemacht haben – kann da noch etwas Neues kommen? Ja, es kann! Denn die Organisatorinnen, die Leiterin des städtischen Kulturwerks, Monika Kiekenap-Wilhelm und ihre Stellvertreterin Ingrid Eichstädt, lieben „ihre“ Sommerbühne und lassen nichts unversucht, um ein buntes, spannendes Programm auf die Beine zu stellen.

Darum wird es von Jahr zu Jahr ambitionierter. Nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch, weil sich die Sommerbühne inhaltlich erweitert hat und neue Besuchergruppen anspricht. So kommen Aspekte wie Inklusion und Teilhabe ins Spiel oder die Maxime, den Wolfsburger Kreativen eine Bühne zu geben. All das spiegelt sich im Programm wider. Elf Tage Musik, Film, Tanz, Kabarett, Kleinkunst, Varieté. Jung, frech, verträumt, überraschend, international und lokal – Kultur für Wolfsburger von Wolfsburgern. So wie es dem Auftrag des Kulturwerks entspricht.

Dem inklusiven Anspruch der Sommerbühne kommen die Organisatorinnen diesmal in Form eines französischen Rollstuhl-Roadmovies nach. „Das ist rabenschwarzer Humor, eigentlich müsste das ein britischer Film sein“, sagt Ingrid Eichstädt. Womit der Schlossinnenhof, diese wunderbare Location, wieder einmal als Open-Air-Kino seine Reize ausspielen darf.
 
Mit der „WolfsburgBühne“ wandelt sich die internationale Kulturbühne auch zum lokalen Schauplatz. „Wir starten mit einer Wolfsburger ‚Nacht der Chöre’“, sagt Monika Kiekenap-Wilhelm. Zu hören sind der Gospelchor Wolfsburg, der Maritime Chor Wolfsburg und der junge Chor Tendenz Positiv am 12. Juni.
 
Im letzten Jahr begonnen und konsequent weitergeführt: Es gibt dieses Mal noch mehr Veranstaltungen mit freiem Eintritt. Zum Beispiel der Auftritt des grandiosen Bremer Soulsängers Flo Mega, der mit seinem Programm „Mann über Bord“ am 13. Juni zur Soulparty einlädt.

Ihre Internationalität verdankt die Sommerbühne nicht nur den Künstlern aus aller Welt, sondern auch den Kooperationen, die seit Jahren bestehen, zum Beispiel mit dem Internationalen Freundeskreis. Ihm ist der Auftritt des iranisch-afghanisch-deutschen Kaye-Ree Trios zu verdanken, das Global Soul und orientalische Klänge in der intimen Atmosphäre einer Sonntagsmatinee im Schlosshof entfalten wird.

Das zweite Sonntagskonzert am 15. Juni wird vom Italienischen Kulturinstitut gefördert. Mit der Gruppe Neilos aus Kalabrien vereinen sich die Klänge rund ums Mittelmeer. Auch Frankreich ist diesmal dabei, dank einer neuen Kooperation mit Antenne Metropole aus Hannover. Sie bringt mit Karpatt einen Vertreter des Nouvelle Chanson auf die Sommerbühne. „Eine wunderbar beschwingte Musik, die kleine Bars ebenso wie große Theater mit Stimmung erfüllt“, schwärmt die Organisatorin. Mit Le Pop beginnt am 20. Juni die französische Disko-Nacht.

In der Rubrik Kabarett dürften die Kernöl­amazonen aus Österreich mit ihrem Programm „Liederliebesreisen: reloaded“ begeistern. Ihre Lieblingsbeschäftigung: Kern­öl verkaufen und Männer anbaggern.

Während sich die Tanzgruppe Mobilés mit ihrer rasanten Körpershow noch auf die Schlossbühne beschränkt, bespielen die sieben Tänzerinnen des Theater Anu mit „Ovids Traum – Im Garten der Wandlungen“ den ganzen Schlosspark. „Mit dieser Inszenierung zeigen wir, welches Potenzial im Gutspark steckt, ohne ihn dabei zu überformen“, sagt Monika Kiekenap-Wilhelm und verspricht: „Die Besucher werden einen Wow-Effekt haben – anders als im letzten Jahr, als wir den Park illuminiert haben, aber mindestens genauso schön.“

Unter die Rubrik Lukullisches fällt das Lieblingsprogramm der Organisatorinnen, das bereits den Eröffnungsabend der Sommerbühne krönt: Ein Schokoladenkonzert mit Christina Rommel und Band. Sie haben einen echten Chocolatier dabei, der seine Kreationen ins Publikum trägt, während sich Christina Rommel in ihren Songs auf eine Weltreise zu den Anbaugebieten des Kakaos begibt.
 
Auch die Kleinen kommen groß raus. Gleich dreimal ist die Sommerbühne für die Kids reserviert. Mit der argentinischen Tanzperformance Big Mama Laboratorio, wenn Erwin Grosche und die Flamingos zur Kindermusikparty für die ganze Familie einladen und mit dem Programm „Kita singt“.

Der Sommer kann kommen – ins Schloss, direkt auf die Bühne.
[AS]