Im Nebel

Ein Gespräch mit Frank Rauschenbach,
Geschäftsführer des Hallenbades zum Artikel

Coaching für Eltern

Was tun, wenn man mit dem Eltern-Latein am Ende ist? Auf zur Eltern-Kind-Kita-Beratung der Stadt Wolfsburg! Was sie zu bieten hat und wie eine Beratung abläuft, erklärten uns die Verantwortlichen.
Text: Inga Lorenz   Foto: Ali Altschaffel

 
Warum ist mein Kind plötzlich so aggressiv, beißt und schubst? Mein Kind möchte auf einmal nicht mehr in den Kindergarten gehen – was kann ich tun? Wie reagiere ich bei Eifersucht unter Geschwistern am besten? Fragen, die wohl den meisten Eltern nicht ganz unbekannt sein dürften. Hilfe kann man sich in der Abteilung Beratung der Stadt Wolfsburg beim Team „Eltern-Kind-Kita-Beratung vor Ort“ holen. Das Angebot der Stadt Wolfsburg wurde 2002 eingerichtet und richtet sich an Eltern von Kindern im Alter von 0-6 Jahren. Um es in Anspruch zu nehmen, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. „Eltern, die Fragen zur Erziehung oder zur Entwicklung ihres Kindes haben, können direkt bei uns anrufen oder in eine unserer Sprechstunden in der Kita kommen. In einem Erstgespräch klären wir den Beratungsbedarf der Familie und überlegen gemeinsam, wie und wo es weitergehen kann. Die Beratung kann dann in der Kita erfolgen oder in den Beratungsräumen in der Schillerstraße 4. Manchmal wünschen sich Eltern auch einen Hausbesuch“, erklärt Heide Bromann. „Der Vorteil einer Beratung in der Kita ist, dass die bekannte Erzieherin direkt als Erziehungspartnerin dabei sein kann und alle gemeinsam gute Entwicklungsmöglichkeiten für Kita und Elternhaus entwickeln können“, ergänzt Sylvia Röntzsch.

Und welche Fragen beschäftigen Eltern? „Alles rund ums Kind und alles, was einem in der Erziehung eines Kindes so begegnet, kann eine Frage sein, von ‚Mein Kind kann nachts nicht durchschlafen‘ bis ‚Es bleibt am Esstisch nicht ruhig sitzen, wie kriege ich das hin?‘. Es ist uns wichtig zu betonen, dass es von Seiten der Eltern keine ‚dummen‘ Fragen gibt. Jede Frage zur Kindererziehung hat ihre Berechtigung und wird von uns sehr ernst genommen“, so Heide Bromann. Dabei steht immer das Kind im Mittelpunkt. Zeigt es ein auffälliges Verhalten, kann das „System Familie“ schon mal richtig durcheinandergeraten und es kann auch zu Konflikten kommen. „Es ist wichtig, die Botschaften des Kindes zu verstehen. Wir sind da wie eine Art Sprachübersetzer. Was braucht das Kind? Was zeigt das Kind mit seinem Verhalten und vor allem, welche Bedürfnisse stecken dahinter?“, so Brigitte Kieß-Backhaus. Für die Beratungen steht den Ansprechpartnerinnen dank diverser Aus- und Weiterbildungen eine große Methodenvielfalt zur Verfügung. Eine sehr einfache und wirkungsvolle, jedoch noch recht unbekannte Methode stellt beispielsweise „Marte Meo“ dar. „Wenn Eltern das Gefühl haben, nicht mehr weiterzukommen, filmen wir Kontaktmomente mit dem Kind und arbeiten gemeinsam mit den Eltern zu ihrer individuellen Fragestellung realisierbare Lösungsansätze heraus. Dabei legen wir unser Augenmerk auf die Dinge, die schon gut funktionieren, und wie man diese im Alltag noch weiter verstärken kann“, erklärt Heide Bromann. „Die Eltern sind die Experten für ihr Kind, wir stärken sie in ihrer Erziehungskompetenz und schauen auf die vorhandenen Ressourcen und darauf, wie sie ihre Vorstellungen im Alltag umsetzen können. Ich glaube, dass alle Eltern diese Intuition in sich tragen. Wir helfen ihnen, sie wiederzuentdecken“, fügt Brigitte Kieß-Backhaus abschließend hinzu.

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