Vielfalt leben

Ein Gespräch mit Sylvia Cultus, Leiterin
des Integrationsreferates zum Artikel

Toi, toi, toi

Nach mehr als eineinhalb Jahren öffnet das Theater Wolfsburg wieder seine Pforten im frisch renovierten Scharoun-Bau. Ein Festakt am 24. Januar 2016 bildet den Auftakt, mit dem das facettenreiche Programm der neuen Spielzeit beginnt.
Text: Marc Halupczok   Foto: agenda production

Das Russische Nationalballett Moskau ist mit „Romeo und Julia“ zu Gast

 
Viele Monate mussten die Wolfsburger auf „ihr“ Theater verzichten, auch wenn alles dafür getan wurde, um ein ansprechendes Ersatzprogramm auf die Beine zu stellen. Aber zu Hause ist es eben doch am schönsten! Und das kann ab Januar 2016 wieder in vollen Zügen genossen werden. Bis Juni werden mehr als 100 Veranstaltungen auf die Bühne gebracht. Die Highlights des ersten Quartals haben wir zusammengefasst – dafür toi, toi, toi!

Am 24. Januar wird ein besonderer Festakt stattfinden, der neben dem einen oder anderen prominenten Redner vor allem künstlerische Klasse zu bieten hat. Mit dem Schweizer Stimmkünstler Martin O. wird gleich ein ganzes Orchester ersetzt. Er ist ein Stimmenvirtuose, ein Beatboxer und einfallsreicher Musikgeschichtenerzähler in vielen Klangwelten und Stilrichtungen. Auch das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Ariel Zuckermann wird seinen Teil zum musikalischen Gelingen des Abends beitragen. Ein weiterer Höhepunkt ist der Auftritt des österreichischen Rhythmus-Magiers Martin Grubinger. Mit seinen Percussion-Künsten erlangte der Musiker Weltruhm. An diesem Abend interpretiert er völlig unterschiedliche Werke auf atemberaubende Weise.

In der neuen Spielzeit geht es auch anspruchsvoll weiter: Von Oper und Ballett über Schauspiel bis zum Konzert möchte das Scharoun-Theater 2016 wieder Akzente setzen. Zum Beispiel am 27. Januar mit dem Mittelalter-Fantasy-Spektakulum „Die Zwerge“ nach dem Weltbestseller von Markus Heitz. Johannes Steck, der „Magier der Stimmen“, bringt die Geschichte auf die Bühne. Unterstützt wird er dabei von der Mittelalter-Band Corvus Corax, die zu den bekanntesten Vertretern ihrer Zunft gehört.

»Eine neue Interpretation der berühmtesten Liebesgeschichte.«

Wie kaum ein anderer Stoff hat Shake­speares Tragödie „Romeo und Julia“ seit ihrer Uraufführung 1597 Generationen von Künstlern inspiriert. Am 10. Februar präsentiert das Russische Nationalballett Moskau eine neue Interpretation der berühmtesten Liebesgeschichte.

Ein Highlight für Freunde der klassischen Musik wird das Gala-Konzert des peruanisch-österreichischen Opernsängers Juan Diego Flórez. Der 1973 in Lima geborene Künstler gehört zu den Superstars der internationalen Szene, hat in den letzten Jahren unzählige Preise abgeräumt und wird von den Kritikern ob seines unvergleichlichen Rossini-Tenors hochgelobt. In Wolfsburg wird er von der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Christopher Franklin begleitet, während er Werke großer Komponisten wie Rossini und Verdi präsentiert. Die Kartenanzahl für diese Veranstaltung ist sehr begrenzt. Am 13. März ist die NDR Philharmonie noch ein mal mit der norwegischen Violinistin Isabelle van Keulen in Wolfsburg zu Gast und wird Werke von Carl Maria von Weber, Max Bruch und Robert Schumann aufführen.

Politisch wird es am 24. Februar beim Schauspiel „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer. In der Inszenierung von Klaus Kusenberg übernimmt der bekannte TV-Schauspieler Gerd Silberbauer die Rolle des Fliegergenerals Harry Harras, der von der Gestapo verdächtigt wird, an Sabotageakten mitgewirkt zu haben. Das zwischen 1942 und 1945 verfasste Stück stellte sich als größter Theatererfolg der Nachkriegsjahre heraus. Zuckmayer geht es nicht nur um die Mitschuld der Mitläufer, sondern auch um die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt, wenn Widerstand als Sabotageakt den Tod unschuldiger Menschen in Kauf nimmt.

Auf den Programmseiten des Theaters gibt es weitere Informationen zum Programm. Wegen der verkürzten Spielzeit von Januar bis Mai 2016 ruht das herkömmliche Abonnement-Angebot weiterhin. Stattdessen gibt es das Super-Wahl-Abo: vier Vorstellungen nach Wahl für 99 Euro (Plätze nach Verfügbarkeit), bereits eingetragene Abonnenten zahlen nur 75 Euro. Davon ausgenommen sind der Festakt zur Wiedereröffnung und das Konzert von Juan Diego Floréz.

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Weitere Informationen unter
www.theater.wolfsburg.de/junges-theater