Vielfalt leben

Ein Gespräch mit Sylvia Cultus, Leiterin
des Integrationsreferates zum Artikel

Hot Spot Haltestelle

Am ZOB Wolfsburg gibt es seit Mitte des Jahres eine Art Aufenthaltsraum für junge Menschen. Mehr über das Konzept der „Haltestelle“ haben uns die beiden verantwortlichen Sozialpädagoginnen, Antje Biniek und Melanie Bergmann, erzählt.
Text: Inga Lorenz   Foto: Ali Altschaffel

 
In erster Linie tatsächlich für die Umsteiger des ZOBs gedacht, bietet die Haltestelle neben Warteplätzen ebenso Platz für junge Leute zwischen 14 und 21 Jahren, die ihre Freizeit in der Stadtmitte verbringen. Ihnen wird einiges geboten: kostenloses WLAN mit Jugendschutz-Sperre, Playstation, Tablets und Lademöglichkeiten fürs Handy sowie Kicker und Gesellschaftsspiele.

Doch wer nun denkt, in der Haltestelle ginge es nur um Chillen und Abhängen – weit gefehlt. Denn auch die politische Bildung liegt den beiden Sozialarbeiterinnen der Stadt Wolfsburg Antje Biniek und Melanie Bergmann am Herzen. „An sich ist die Haltestelle kein Ort, der pädagogisch streng kontrolliert wird. Nichtsdestotrotz gibt es ganz klare Verhaltensregeln für alle. Wir wollen ein Zeichen gegen Rassismus und Homophobie setzen. Das ist uns sehr wichtig und kommt im Freizeitbereich leider häufig zu kurz“, fügt Biniek hinzu. „Auch mit dem Thema Integrationsarbeit wollen wir uns auseinandersetzen, schließlich gehören sie zu unserem Stadtbild. Mit unserem Konzept wollen wir ein respektvolles und friedliches Miteinander fördern.“ Was damit genau gemeint ist, verrät schon das Schild am Eingang, auf dem steht: „Die Haltestelle ist für alle da, die akzeptieren, dass die Haltestelle für alle da ist.“

Diese offene Einstellung findet sich auch in der Haltung der Verantwortlichen wieder. Sie nehmen die Jugendlichen so an, wie sie sind, erheben die Stimme für Toleranz und Respekt, und wenn es sein muss, schlüpfen sie auch mal in die Mutterrolle. „Wir kochen Kaffee und Tee oder schneiden für die Jugendlichen frisches Obst auf. Das kommt richtig gut an. Es freut mich, wenn ich sehe, dass die Jungs und Mädels hier Spaß haben und glücklich sind“, so Bergmann.

Die Haltestelle ist ein sogenanntes „atmendes Konzept“, das sich wie folgt erklärt: „Wenn Jugendliche mit einer Projektidee oder einem Vorschlag für eine Veranstaltung auf uns zukommen, schauen wir, dass wir das irgendwie ins Konzept mit einbringen. Das Thema Partizipation ist uns wichtig“, betont Biniek. Wer also Ideen oder Wünsche zur Gestaltung der Haltestelle hat oder sich auf andere Art und Weise mit einbringen möchte, kann sich gerne mit den beiden in Verbindung setzen.

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Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
16.00 bis 20.00 Uhr

Weitere Informationen unter
www.facebook.com/haltestelle.wob