Im Nebel

Ein Gespräch mit Frank Rauschenbach,
Geschäftsführer des Hallenbades zum Artikel

Im Detail

Das bis 1973 von Hans Scharoun errichtete Theater am Klieversberg gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Baudenkmalen in Niedersachsen. Nach über 40 Jahren Spielzeit wurde es saniert und zukunftsfähig modernisiert. Wir zeigen die Spielstätte, wie man sie als Gast selten erlebt: menschenleer, in vollkommener Stille und in künstlerischem Detail.
Text: Hallenbad   Fotos: Ali Altschaffel

 
1 / Eingangshalle des Theaters. Ein neu gestalteter, transparenter Kassenbereich empfängt die Besucherinnen und Besucher
2 / Blick vom Eingang in das Foyer. Auf den ersten Blick hat sich nichts verändert. Sämtliche Oberflächen wurden originalgetreu wiederhergestellt. Die komplett neue Haus­installation ist dahinter verschwunden
3 / Sternentische im Foyer. Das typische bauzeitliche Mobiliar wurde aufgearbeitet und blieb nahezu komplett erhalten
4 / Ausschankbereich des Theatercafés. Geblieben sind die Holzbrüstungen und Glasvitrinen, hinter denen sich jedoch eine komplett neue Ausstattung verbirgt. Mit viel Liebe für das Detail wurden Alt und Neu einander angepasst
5 / Sitzmöbel und Tische im Cafébereich. Die Design-Klassiker blieben erhalten, erhielten aber zum Teil neue Tischplatten mit quadratischen Formaten. Sie lassen sich in ihrer Anordnung besser variieren
6 / Prospektzüge über der Hauptbühne. Wichtig für den zeitgemäßen Theaterbetrieb ist die erneuerte Bühnentechnik. Hier hat sich in vierzig Jahren extrem viel verändert
7 / Erneuerte Antriebstechnik unter dem Bühnenboden. Die neue Mechanik hebt und senkt den Boden der Hauptbühne in beliebige Positionen und kann ihn auch millimeter­genau kippen


Wer schon einmal im Theater Wolfsburg zu Gast war und es nach der Sanierung betritt, wird auf den ersten Blick keinen Unterschied erkennen. Die Kunst der Sanierung lag darin, optisch möglichst nichts zu verändern, denn es handelt sich beim Theater um eines der wichtigsten Baudenkmale in Niedersachsen. Die Arbeit liegt verborgen im Detail.

Die Bautätigkeit begann Anfang Juni 2014, Fachleute unterschiedlicher Gewerke über­nahmen die Regie im Haus. Um auch weiterhin dem breiten inhaltlichen und künstlerischen Anspruch gerecht zu werden, wurde das Theater nicht nur baulich, sondern auch in Bezug auf die Bühnentechnik und die brandschutz- und sicherheitsrelevanten Eigenschaften saniert. Insbesondere die Originaleinbauten und das Mobiliar, wie z. B. die Bestuhlung des Zuschauerraumes, wurden denkmalgerecht aufbereitet. Um einen zeitgemäßen und nachhaltigen Spielbetrieb zu ermöglichen und die Arbeitssicherheit sowie den Betriebsablauf zu verbessern, wurde eine Grundsanierung des Daches, der Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektroinstallationen sowie der Bühnentechnik durchgeführt. Neu ist die Kassenhalle im Eingangsbereich, je ein Anbau für die Toiletten und ein neues Lager. Der Gastronomiebereich wurde neu ausgestattet und die Tische und Sessel „aufgemöbelt“.

Nach einer Schlüsselübergabe an den Thea­terintendanten Rainer Steinkamp sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters im Dezember zurück in ihre Büroräume gezogen, wo sie sich auf den zweiten Teil der Spielzeit 2015/16 vorbereiten. Die Freude ist groß: Bauzeit und Kosten wurden eingehalten und die zeitgemäße Technik macht das Theater für Gäste, Künstlerinnen und Künstler noch attrak­tiver. Die Eröffnung wurde im Januar mit einer Gala festlich gefeiert. Ab Februar haben nun alle Wolfsburger Bürgerinnen und Bürger die Chance, das Theater neu für sich zu entdecken.

Am 30. April 2016 werden Architekten und Denkmalpfleger noch einmal durch den fertigen Bau und auch hinter die Kulissen führen. Weitere Infos finden Sie ab März 2016 auf www.wolfsburg.de/architektur.

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BUCHTIPP!
Die vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg herausgegebene Publikation
„Erhalten. Ertüchtigen. Erneuern. General­sanierung Theater Wolfsburg 2014 - 2015“
wird im März 2016 im jovis Verlag erscheinen.