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Mensch - Maschine

Text: Andrea Behrens
Foto: robotlab

Roboter in vielerlei Gestalt übernehmen im Mai die Regie im Phaeno und zeigen, welche Aufgaben sie in Zukunft für uns erledigen könnten. Eine künstliche Hand ahmt die Handbewegung eines Menschen nach, ein lustiger Affe imitiert die Gestik der Betrachter und ein eleganter Haushaltsroboter hält sich unauffällig im Hintergrund, bis seine Hilfe angefordert wird.

 
„Die Besucher werden viele Roboter-Funktionen selbst ausprobieren und sich direkt mit Entwicklern in der Ausstellung unterhalten können“, erläutert Davy Champion den besonderen Charme des Roboterfestivals. Vom Butler, Spielzeugroboter, künstlichen Begleiter, medizinischen Hilfsmittel bis zu Roboter-Künstlern wird eine große Bandbreite zu sehen sein: Schülergruppen aus Wolfsburg und Osnabrück zeigen Robotik-Projekte, die sie für diese innovative Technik begeistert haben. Das Fraunhofer IPA präsentiert ein Servicemodell, das einfache Aufgaben im Haushalt übernehmen kann. Als medizinisches oder industrielles Hilfsmittel dient eine künstliche Hand, die unter anderem in gefährlichen oder gesundheitsgefährdenden Umgebungen aus großer Entfernung gesteuert werden kann. Kuschelig fühlt sich eine Roboter-Robbe an, mit deren Hilfe die Wolfsburg AG Pflegepersonal und Angehörige im Umgang mit demenzkranken Menschen unterstützen möchte. „Die Betreuungsrobbe „Paro“ ist ein tierähnlicher, intelligenter Roboter. Sie reagiert auf Berührungen, wirkt gefühlsregulierend sowie beruhigend“, sagt Shanna Weiser, Leiterin Team Demografie der Wolfsburg AG.

»Wer ist hier eigentlich kreativ
oder künstlerisch tätig –
Der Mensch oder die Maschine?«

Auch kreative Roboter werden zu sehen sein. Die Künstlergruppe „robotlab“ zeigt den Industrieroboter „profiler“. Dieser erzeugt mit einer Videokamera ein Umrissporträt von einem Besucher und kombiniert dies mit weiteren Zeichnungen zu einem Roboterkunstwerk. Die Zusammensetzung der Zeichnung wird durch einen Zufallsgenerator bestimmt. „Das Spannende bei dieser Installation ist, dass man darüber nachdenkt, wer hier eigentlich kreativ oder künstlerisch tätig ist – der Mensch oder die Maschine?“, erläutert Champion.

Ein weiteres Highlight wird ein großer Roboter aus Schrott, der „afreakin bassplayer“ von Kolja Kugler sein. Beim Festival wird die Skulptur im Rahmen einer Show im Wissenschaftstheater seine Musikkünste vorführen. Im Vordergrund des Werks steht die Skulptur mit emotionaler Mimik und Gestik, nicht die künstliche Maschine. Für viel Aufmerksamkeit wird auch ein Spielzeugaffe sorgen. Nach einem freundlichen „Hallo“ beginnt die Puppe auf die Bewegungen der Besucher zu reagieren und ahmt diese nach. Die Imitation fordert wiederum zur nächsten Geste heraus, so dass eine spannende und lustige Interaktion zwischen dem Affen und dem Menschen beginnt.

„Besonders die Kunstwerke machen es uns leichter, über unsere Beziehung zu Robotern nachzudenken und über Unterschiede zwischen menschlicher und künstlicher Kommunikation zu reflektieren“, erklärt Champion die Faszination dieser außergewöhnlichen Maschinen.

Roboterfestival
   16. bis 18. Mai 2014

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.phaeno.de