Der eigenwillige
Herr Schneider

Ein Gespräch mit Christian Schneider, dessen Vater eine der größten 35mm-Filmsammlungen in deutscher Sprache zusammengetragen hat zum Artikel

Wann werden wir aufgehört haben zu existieren?

Text: Rita Werneyer

In Christian Boltanskis Ausstellung „Bewegt“ geht es um Leben und Tod.

Christian Boltanski. Detail aus: Gelebt (Entre Temps). 2004. Videofilm auf DVD, projiziert auf Baumwolltuch, Ventilator. Loop ca. 2’12 sec. Auflage 3. Courtesy: Kewenig Galerie, Berlin.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2013

 
Erinnerung und Vergänglichkeit sind die großen Themen Christian Boltanskis (*1944 in Paris). Im Zentrum der Ausstellung „Bewegt“ steht eine überdimensionale kinetische Installation, die der Künstler eigens für die große Halle des Kunstmuseum Wolfsburg konzipiert hat. Sie schließt an seine monumentalen Installationen im Grand Palais Paris 2010 und anlässlich der Biennale von Venedig 2011 an. 190 großformatige Porträts auf transparenten Tüchern hat Boltanski für sein neues Werk seiner Arbeit „Menschlich“ (1994) ent­nommen, dem für ihn „entscheidenden Werk“, das sich in der Sammlung des Kunstmuseums befindet und ebenfalls Teil der Ausstellung ist. In ihm hat er 1.200 Fotografien seiner zwischen 1970 und 1994 entstandenen Porträtinstallationen zusammengeführt: Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts, sozialen Status sowie unterschiedlicher Herkunft, Religion und Nation, aber auch Täter und Opfer. In weiteren Arbeiten der Ausstellung, die sich bis in den Japangarten des Museums erstreckt, setzt sich Boltanski mit dem Verschwinden seiner eigenen Person auseinander und mit der Vergänglichkeit an sich. Das Kunstmuseum Wolfsburg richtet damit die seit 20 Jahren umfassendste Ausstellung mit Werken Christian Boltanskis im norddeutschen Raum aus; eine Ausstellung, die nach dem Leben wie nach dem Tod fragt.

Christian Boltanski – Bewegt
bis 21. Juli 2013
Steve McCurry – Im Fluss der Zeit
bis 16. Juni 2013

Weitere Informationen finden Sie unter