Ein Kinderspiel

Im Gespräch mit Brigitte van Lindt und Andrea Haupt
über 25 Jahre Figurentheater zum Artikel

Allerpark

Gestaltung: Landesgartenschau 2004, Park „Mobilität und Bewegung“, Gabriele G. Kiefer, Berlin, Wettbewerb 2002, Umsetzung 2003-2004 / „Sommerland“ am Allersee, Günter Nagel/Christoph Schonhoff, Hannover, 2005-2006

„Vor der Kulisse des Schlosses und der grünen Kulisse der Parkbäume haben die Landschafts­architekten die Ufer des künstlich angelegten Allersees flach gehalten und Sand­flächen aufgeschüttet. An warmen Sommertagen lockt Wolfsburgs Strandbad vor allem Kinder ins seichte Wasser, während Mama lieber auf dem Sand in der Sonne badet und bräunt.“
Richard Budde, „Wolfsburg Stadtgeschichte“, 1985
Text: Nicole Froberg   Fotos: Ali Altschaffel

 
1 / Neue Qualität des Strandbads. Der weiße Strand mit Holzdecks wird intensiv gepflegt
2 / Treibholz in den Dünen. Unterschiedliche Oberflächen der Wege trennen die Nutzergruppen
3 / Kinderspielplatz „Bodenlos“. Er leitet über von einem Parkabschnitt in den anderen
4 / Blickpunkt Schloss. Der moderne Landschaftspark ist als zeitgemäße Antwort auf die historischen Gärten zu verstehen
5 / „Sitzort am Wasser“. Das Industriematerial Cortenstahl umschließt einen der alten Bäume des Italienerdorfs und bildet einen deutlichen Kontrast
6 / Handgefertigt und aus einem Guss: die neue Skateskulptur aus gelb eingefärbtem Beton

Wolfsburgs Geschichte der bewussten Frei­raumgestaltung begann im 16. Jahrhundert mit ersten landschaftsprägenden Parks und Gärten rund um das Schloss. Anfang der 70er-Jahre wurde der Allersee künstlich angelegt als Bade- und Wasser­sportareal. Der heutige Allerpark entstand in einer Krisenzeit der Stadt mit dem Ziel, durch Naherholung und Tourismus Arbeitsplätze zu schaffen. Der westliche Teil wurde auf dem alten Standort des Italienerdorfs entwickelt und zur niedersächsischen Landesgartenschau 2004 eröffnet. 2006 folgte die Aufwertung der Freiflächen am Allersee. Bis heute wird der Allerpark laufend ergänzt, so dass sich die grüne Freizeitwelt immer wieder neu erfindet. Gerade fertig ist eine futuristisch anmutende Skate­skulptur am Nord­ufer des Arenasees.

Der erste Teil des modernen Parks ging aus einem freiraumplanerischen Wettbewerb hervor. Rund um den neu geschaffenen Arenasee wurde eine bewegte Landschaft modelliert und mit Holz und Wasserflächen verbunden. Besucher erleben einen Freiraum, der durch seine Höhenstaffelung ständig wechselnde Eindrücke bietet. Besonders ins Auge fallen ein Aussichtspunkt und ein „Sitzort am Wasser“, deren steile und schroffe Formationen mit Cortenstahl eingefasst sind. Nach extrem kurzer Realisierungszeit gehörte das Projekt 2005 zu den prämierten Arbeiten des „Deutschen Landschaftsarchitektur-Preises“.

Eine beschwingte Freizeitlandschaft ist das sogenannte „Sommerland“, das im direkten Anschluss am Nord-West-Ufer des Allersees liegt. Das Flanieren an der gepflegten Strandpromenade wird mit vielfältigen Bewegungsangeboten kombiniert, z.B. Beach-Volleyball-Feldern, einer Bade­insel und einer ausgedehnten Spiellandschaft aus „Treibhölzern“, die wie zufällig in einer Dünenlandschaft liegen. Die Neugestaltung griff hier vorhandene Qualitäten auf und entwickelte diese vorsichtig weiter. Mit der räumlichen Entfernung von der Kernstadt nimmt dabei auch der Grad der Inszenierung ab.

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› Tag der Architektur
28. Juni, 12.00 und 14.00 Uhr sowie nach Bedarf.
Führungen zur Skateskulptur durch die Stadt Wolfsburg, Geschäftsbereich Grün und DSGN Concepts, Münster. Start: Allerwehrbrücke. Anmeldung nicht erforderlich. www.aknds.de