Auf Bildung bauen

Im Gespräch mit Julia Leusmann und Friederike Jörke
über das neue Bildungshaus zum Artikel

Wolfsburger aus aller Welt

 
Gretchen Schaupp / 36 Jahre /
Dozentin, Professorin für BWL / Steimker Berg /
aus Morgantown, West Virginia, USA

Wo kommen Sie her?
Ich komme aus Morgantown, einer kleinen Universitätsstadt im Bundestaat West Virginia in den USA.

Und was machen Sie hier?
Ich unterrichte Personalwesen und Unternehmenspsychologie als Online-Professorin für die Ohio University in den USA. Manche meiner Studenten in den USA finden es sogar sehr spannend Vorlesungen aus Deutschland zu empfangen. Hier in Wolfsburg gebe ich auch zwei Vorlesungen an der Ostfalia.

Seit wann sind Sie hier?
Ich bin seit dem 20. April 2012 hier in Wolfsburg. Ich habe die Boardkarten für diesen Flug aufgehoben, weil ich an diesem Tag wusste, dass ich wahrscheinlich „für immer“ nach Deutschland auswandere. Ich kenne Wolfsburg aber schon seit 2003. Ich habe einige Jahre bei Volkswagen gearbeitet, bevor ich mich für eine Promotion in den USA entschieden habe.

Wieso sind Sie hergekommen?
Gekommen bin ich wegen Volkswagen und geblieben wegen der Liebe. Ich habe meinen Mann während meiner Zeit bei Volkswagen kennengelernt. Dazu kommt, dass ich Deutschland einfach toll finde. Mit sieben Jahren ist mein Vater nach dem Krieg aus Deutschland ausgewandert und mit seiner Familie nach Pittsburgh gegangen. Meine Oma hatte mir als Kind immer sehr viele Geschichten von Deutschland erzählt. So ist das Land auch immer ein Teil von mir gewesen.

Was schätzen Sie an Wolfsburg?
Ich gebe zu, dass es in Deutschland viele schönere Städte gibt als Wolfsburg. Aber für eine kleine Stadt mit nur 120.000 Einwohnern haben wir es hier sehr gut. Die Stadt hat unheimlich viel zu bieten. Das ist einfach nur ein Traum im Vergleich mit anderen kleineren Industriestädten.

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Ich sehe die vier Volkswagen-Schornsteine, wenn sie in der Adventszeit beleuchtet sind. Ich glaube, so was Cooles findet man sonst nirgendwo.

Was machen Sie am Wochenende?
Mein Mann und ich verbringen die Wochenenden meistens in Wolfsburg. Samstags gehen wir gern zum Markt oder im Wald am Steimker Berg spazieren. Im Sommer liegen wir gern am Allersee oder gehen ins VW-Bad. Wir gehen auch ins Kino und kochen oder grillen häufig mit Freunden zu Hause.

Sonst noch was?
Ich finde es sehr beeindruckend, wie Wolfsburg sich in den letzten zehn Jahren herausgeputzt hat. Ich bin immer froh, wenn Freunde und Bekannte von Braunschweig nach Wolfsburg umziehen. Vor zehn Jahren war der Trend noch umgekehrt. Ich freue mich auf die nächsten Entwicklungsschritte und hoffe, dass die Stadt vor allem für Studenten weiterhin immer attraktiver wird.

Foto: Yvonne Nehlsen