Die Kunst, Welten zu entdecken

Im Gespräch mit Dr. Ralf Beil, dem neuen Direktor
des Kunstmuseums Wolfsburg zum Artikel

WOLFSBURGER IN ALLER WELT

Foto: privat

 
Name: Sebastian Brose
Beruf: Kulturmanager
Stadt: Berlin
Land: Deutschland

Wo stecken Sie gerade?
Im Herzen von Berlin, ich lebe und arbeite im Stadtteil Prenzlauer Berg.

Und was machen Sie dort?
Ich bin hauptsächlich als Festivalleiter und Kurator in der Filmbranche unterwegs. Das Filmfestival „achtung berlin – new berlin film award“ habe ich zusammen mit einem Freund vor über zehn Jahren initiiert. Gerade sind wir wieder mitten in den Festivalvorbereitungen: Ich sichte die eingereichten Filme, fahre auf andere Filmfestivals, um die neusten deutschen Filme zu sehen, spreche mit Regisseuren und Produzenten und bringe die Organisation der nächsten Ausgabe wieder ins Rollen. Zusätzlich haben wir gemerkt, dass sich Berlin gerade im Ausland großer Beliebtheit erfreut, und so stellen wir immer wieder sehenswerte Berlin-Film-Programme für Goethe Institute im Ausland zusammen.

Seit wann sind Sie dort?
Ich war vorher noch in Gießen und Bremen und bin jetzt seit 2001 in Berlin.

Warum sind Sie dort?
Ich hatte schon während meines Studiums das diffuse Gefühl, dass ich irgendwann unbedingt nach Berlin gehen müsse. Damals war mir der Grund noch nicht wirklich bewusst, aber jetzt kenne ich ihn: Berlin ist die kreativste und lebendigste Kulturmetropole Deutschlands – und Filmstadt Nummer eins.

Was vermissen Sie an Wolfsburg?
Die relativ kurzen Wege und die Ruhe. Zudem habe ich gemerkt, dass mir, je älter ich werde, immer öfter meine unbeschwerte Kindheit wie auch meine aufregende Jugendzeit ins Gedächtnis kommen. Es waren wirklich tolle und intensive Jahre damals in Wolfsburg!

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Witzigerweise – eher am Endes eines Jahres – die erleuchteten Adventskerzen des VW-Werks. Darüber hinaus fallen mir noch viele Orte ein, mit denen ich etwas Schönes verbinde, z. B. den Allerpark samt Allersee, unseren Schlittschuhteich oder die (ehemalige) Esplanade.

Gewissensfrage: Welches Auto fahren Sie gerade?
Ich habe gar kein Auto.

Wie oft sind Sie noch hier?
Schon öfters als nur zu den großen Anlässen oder Feiertagen. Zu allererst um meine Eltern zu sehen und auch meinen Bruder mit seiner Familie (man triftt sich dann in Wolfsburg). Nicht zuletzt ist es schön, wenn die Großeltern ihre Enkelkinder so oft wie möglich sehen können – und natürlich auch umgekehrt.

Wollen Sie jemals wieder zurück?
Nein, im Moment ist das nicht in Aussicht.

Sonst noch was?
Wer sehen will, was der frische und junge deutsche Film alles zu bieten hat und sich davon überzeugen lassen will, dass er besser ist als sein Ruf, dem empfehle ich einen Besuch auf unserem Filmfestival „achtung berlin – new berlin film award“ jedes Jahr im April und verspreche allen Besuchern eine aufregende Zeit im Kino. Hier geht’s lang: www.achtungberlin.de!