Lichter in der Stadt

Im Gespräch mit Stefan Krieger, dem neuen Leiter
des Geschäftsbereichs Kultur zum Artikel

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Foto: Anna Deileke

DEUTSCHLÄNDISCH
Ham Se mal ’ne Mark, kaufen Tüte Deutsch. Ein Stück dezentes Panzerband, ein geopfertes Kalenderblatt und das letzte Hirnschmalz musste dieser Klempner nach Feierabend springen lassen. Es hätte für eine wackelige Fünf im Deutschdiktat gereicht, aber zum Glück ist die Schule längst vorbei und nach ein paar Jahren verblasst bekanntlich das Gelernte. Hinzu kommt das Wirrwarr im Reglement der Deutschen Rechtschreibung, deshalb drücken wir beide Augen zu. Fest zu! Wir loben aber den guten Willen: Die proaktive Kommunikation im Sinne der Firma. Die Botschaft: „Bitte nicht spülen, es gibt ne Schweinerei“ ist angekommen.
Text: Anna Deileke

Foto: Anna Deileke

ABENDMAHL
Touristen, die den Nordosten der Bundesrepublik kulinarisch erkunden, haben in diesem Bistro die Qual der Wahl: Soll die heilige Currywurst munden oder doch die in Weihwasser frittierten Schnitzel-Pommes? Egal ob Menü A oder B: Gut gekaut ist halb verdaut und nachgespült wird, na klar, mit einem regionalen Gerstengebräu (0,5 Liter aus der Dose) oder dem unschuldigen Saft mit zehn Prozent Fruchtgehalt. Fest steht, egal welche lokale Spezialität im schattigen Ambiente der Außenanlage favorisiert wird: Das Abendmahl trägt den Konsumenten definitiv schnell(er) zu Grabe. Guten Appetit oder besser – Halleluja!
Text: Anna Deileke

Foto: Anna Deileke

EIEIEI
In Krisenzeiten ist Geiz geil, das hat uns schon ein großer Elektronikhändler gelehrt. Und in der Krise führen alle Wege zum Ursprung der Marktwirtschaft: dem Tauschhandel. Gibst du mir, dann geb ich dir. Diese Schuhboutique hats satt und setzt nicht auf den Euro, sondern auf alternative Zahlungsmittel: Tausche geilen Apfel gegen Marken-Schlappen. Ob die wohl auch einen Korb voll Kirschen in Zahlung nehmen?
Text: Anna Deileke

Foto: Marc Halupczok

DURCHZUG
In diesem Fernzug Richtung Dresden hat man zwei Dinge zusammengebracht, die nicht zusammengehören. Na ja, biologisch eigentlich schon, erst bringt der Caterer das Essen, dann landet es auf dem WC. Aber dieses Schild verwirrt doch ein wenig. Soll es vielleicht bedeuten, dass nur ausgebildete Caterer gegen Nachweis diesen Abort benutzen dürfen? Oder wurde die Bordküche aufgrund von Raummangel mit dem Klo zusammengelegt? Man mag gar nicht weiter darüber nachdenken ...
Text: Marc Halupczok

Foto: Anna Deileke

IST DOCH KLAR
In Restaurants sind sie schon lange ein No-Go, aus dem TV längst verbannt und in Kneipen nur noch selten gesehen: Die Zigarette und ihre Konsumenten. Im Freundeskreis werden es immer weniger und selbst im Zelt auf dem Oktoberfest wurde lediglich die E-Zigarette toleriert. Auf den Schachteln der Hersteller werden zerfressene Lungen gezeigt, in den Wirtschaften hängen Verbotsschilder und wer den Kontakt zur Spezies Raucher besonders meidet, sorgt vor. Als Beispiel hier ein Gastwirt aus Trier. Doppelt, nein, zehnfach hält besser und damit es jeder versteht, wird im Eingangsbereich deutlich darauf hingewiesen – danke!
Text: Anna Deileke

Foto: Anna Deileke

SPIELVERGNÜGEN
Ausflugstipp Ü18: Hier gibt es kein Casino-Glimmer, kein Chichi, kein Schnickschnack. Wenns um die Spielfreude geht, bleibt es sachlich, denn hier zählen nur Mensch und Maschine, Terminator against Gaminator. Total verrückt, aber das trifft den Nagel auf den Kopf, einmal Spieler immer Spieler, spielen hat Zukunft. Yes we can! Egal ob dienstags um acht Uhr, mittwochs um 13 Uhr oder feiertags um 23 Uhr – Spieler sind hier willkommen. Wer nette Leute treffen möchte, geht in die Spielstuben, denn hier trifft man die besonders Netten. Im Reich der Brocken­hexen, in der Stadt des Welt­kultur­erbe tut es auch die schlichte Neonröhre – wer braucht schon Glimmer, um den Jackpot zu knacken?
Text: Anna Deileke