Der eigenwillige
Herr Schneider

Ein Gespräch mit Christian Schneider, dessen Vater eine der größten 35mm-Filmsammlungen in deutscher Sprache zusammengetragen hat zum Artikel

Startblock

Foto: Nikolaus Hausser

POSTMUFFIG
In diesem Hannoverschen Postshop laufen die Dinge offenkundig völlig aus dem Ruder. Die gute alte Tradition des Ewig-Schlangestehens, des Von-muffigen-Postbeamten-Bedientwerdens soll hier der Vergangenheit angehören und stattdessen sollen wir mit Geschenken und einem Lächeln auf den Lippen aus der Postfiliale stöckeln. Einfach irre, diese Postler!
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Thomas Kubiczek

SUNNYBUY
Einem unbedingten und höchst billigen Kaufreiz folgend ist uns dieses „Naturprodukt“ in die Hände gefallen. Wenn der Winter am tiefsten ist, sind die Erdbeeren am rötesten. Ist Ihnen der Zusammenhang schon einmal aufgefallen? Es scheint dann so, als seien die so wunderbar geschmacklosen Früchtchen in einen Farbtiegel gefallen. In unserem Fall möchte man sie glatt Neonbeeren nennen. So heißen sie denn auch passend „Sunnyboy“ und wir müssen sofort und unwillkürlich an „Nscho-tschi“ Tim Wiese denken, der als Kind in einen Kessel aus Bronzecreme gefallen sein muss und der Gott sei Dank nicht vom ebenfalls öfters im Kaufrausch befindlichen VfL eingekauft wurde.
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Nikolaus Hausser

BOERBOEL VS BLUMEN
Was zunächst nach einer irren dialektalen Verirrung des weiblichen Rufnamens Bärbel klingt, meint in Wirklichkeit eine Hunderasse namens Boerboel. Fünf dieser fiesen Boerboels (was ein Name!) überwachen wohl nicht die Videomonitore der Blumenladenfiliale. Eher handelt es sich um eine Art Terroristengruppe, die alles in die Luft jagt, was nicht bei drei schlotternd auf dem Baum sitzt. Boerboels wurden übel zurechtgezüchtet um ein möglichst großes Drohpotenzial zu entfachen, es handelt sich also um eine Art Atombombenhund. Fünf dieser pseudo-nuklearen und in Wahr­heit eher fettig aussehenden Kampfmittel sitzen also dort im Blumenladen rum, so zwischen Gerbera, Schleierkraut und Tulpe, und bewachen die Schönheit der Blumen. Wir vermuten mal, dass das wieder was Esoterisches ist, so ying- und yang-mäßig.
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Thomas Kubiczek

OO
Die transparente Fahrschule lässt uns mit ihrem undurchschaubaren und werbemittelverklebten Schaufenster nicht recht durchblicken. Gut, das Logo ist eine Brille mit gelbem Bügel, das verstehen wir (wir sind ja nicht ganz blöde). Vielleicht wollte man aber auch nur nicht „Die transpirante Fahrschule“ schreiben, denn wie Land auf, Land ab bekannt, treibt die theoretische Prüfung den Fahrtranspiranten, äh, den Fahraspiranten die Schweißtröpflein auf die Stirne.
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Nikolaus Hausser

LINKSRECHTSLINKS
Dieses Schild eines öffentlichen Parkhauses lädt zum Verweilen ein. Genug Text ist jedenfalls vorhanden! Auch wenn der Inhalt den meisten Lesern letztlich zu intellektuell vorkommt, kann man davon ausgehen, dass wohl irgendetwas passiert, wenn man sich zügig und wie beschrieben verhält. Ob nun eine Tür aufspringt oder durch das Links-Rechts-Rechts-Links ein selbst gestrickter Pullover am Ende dabei rauskommt, ist letztlich doch völlig egal.
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Nikolaus Hausser

ZUM GLÜCK NUR ETWAS VORAUS
Der Startblock ist ein großer Fan des neuen Stadtlogos. Ein heulender Wolf, irre! Wer will schließlich nicht mit den Wölfen heulen, das ist doch absolut erstrebenswert. Genau die richtige Symbolik für unser süßes, knuddeliges Städtchen mit seiner 75-jährigen Geschichte. Bevor jetzt wieder irgendjemand anfängt zu meckern vonwegen Nazigründung, Zwangsarbeiter, mäßige Aufarbeitung und so, möchten wir Folgendes dazu sagen: Die meisten Jahre der Stadtgeschichte waren unbelasteter als andere, zumindest qualitativ (oder heißt das dann quantitativ?) Nach Adam Riese (hihi) ist somit die Stadtgeschichte im Plus, positiv. Die Geschichte, so haben amerikanische Studien ergeben, ist entschieden: 2:1. Der alte Sinnspruch „mit den Wölfen heulen“ hat zudem die außerordentlich positive Bedeutung, dass sich der Mehrheit angepasst wird. Irgendwie klingt das so kuschelig demokratisch, finden Sie nicht auch? Und jetzt alle: Huuuuuu!
Text: Nikolaus Hausser