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Ein Gespräch mit dem Wolfsburger Tätowierer
Oliver Fiedler zum Artikel

WOLFSBURGER AUS ALLER WELT

Foto: Thomas Kubiczek

 
Name: Abdallah Zaibi
Beruf: Rentner
Ort: Stadtmitte / Alt-Wolfsburg
Herkunft: Tunesien

Wo kommen Sie her?
Ich komme aus Tunesien. Meine Heimatstadt Jendouba und Wolfsburg pflegen auch eine Städtefreundschaft.

Und was machen Sie hier?
Ich engagiere mich bei Streetlife und bin Sprecher der Interessengemeinschaft Integration in Westhagen. Ich möchte aktiv mitgestalten, daher war ich auch während meiner Zeit im VW-Werk Vertrauensmann, war in der Gewerkschaft tätig und habe auch in politischen Gremien wie dem Sportausschuss und dem Inte­grationsausschuss mitgewirkt.

Seit wann sind Sie hier?
Ich bin 1970 nach Wolfsburg gekommen.

Wieso sind Sie hergekommen?
Nach Deutschland haben mich vor allem die Freiheit, die tollen Autos und der jugendliche Leichtsinn gezogen. Eigentlich hatte ich vor, mein Tiermedizinstudium hier zu beenden. Dann lockte aber die Arbeit im VW-Werk, die mir so viel Spaß machte, dass ich dabei geblieben bin.

Was schätzen Sie an Wolfsburg?
Die Menschen hier sind weltoffen und kämpfen für die Vielfalt und gegen den Rassismus. Das ist mir sehr wichtig. Außerdem ist Wolfsburg eine junge und sehr grüne Stadt mit vielen tollen Freizeitmöglichkeiten für jeden.

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Das VW-Werk, das Phaeno, die Volkswagen-Arena und das Theater.

Gewissensfrage: Welches Auto fahren Sie gerade?
Einen Seat.

Was machen Sie am Wochenende?
Ich lebe meine zwei großen Leidenschaften aus: Fußball und meine Familie. Am Wochenende betreue ich meine Mannschaft der C-Jugend des TSV Wolfsburgs, ich schaue mir die Heimspiele des VfL Wolfsburgs an, gehe auch zu den Fußballspielen meines Sohnes und vor allem genieße ich an jedem Sonntag das gemeinsame Essen mit meiner Familie – die im Sommer Zuwachs bekommt.

Sonst noch was?
Ich bin sehr stolz auf meine Familie. Sie unterstützt mich in meinem ehrenamtlichen Engagement, 2012 habe ich dafür sogar den Integrationspreis bekommen. Wolfsburg ist meine Heimat, die Stadt ist der Mittelpunkt meines Lebens, durch meine Familie und meine Freunde. Mit Wolfsburg verbindet mich aber auch eine lange Fußballkarriere in den unterschiedlichsten Vereinen. Ich habe in dieser Stadt viel Positives erlebt und immer Respekt erfahren. Das möchte ich auch zurückgeben. Mein Wunsch wäre, dass alle Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ebenfalls so positive Erfahrungen machen und sich in die Gemeinschaft integrieren und einbringen.