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Ein Gespräch mit dem Wolfsburger Tätowierer
Oliver Fiedler zum Artikel

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Foto: Nikolaus Hausser

ZYNISCHE OSTERN
Früher war alles anders an Ostern, aber der Hyperkapitalismus fordert strenge Selbstopfer. So wie der Mensch, der sich und seine Zeit auf Erden ökonomisch ausnutzen muss, trifft es eben auch die Hasen. Gerade noch Auslieferer von Ostereiern (auch wenn kein Mensch weiß, was die Hasen mit der Auferstehung Jesu zu tun haben) und jetzt tragen sie gutgelaunt und kinderlieb ihre Haut zu Markte und opfern sich selbst. Fröhliche Ostern, deine Frühlingssalami (in der Geschenkdose).
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Nikolaus Hausser

SCHNI, SCHNA, SCHNITZEL
Hey, schickt doch bitte einen gestrengen Restauranttester in diese Lokalität und lasst ihn dem Wirt einen kräftigen Einlauf verpassen. Und dann schickt noch einen Trupp Sanitäter hinterher zum Auspumpen von Gästemägen. Denn hier hat sich ein Verbrechen an denjenigen Menschen angekündigt, die keine Fressbremse beim Thema Schnitzel kennen. Wir fürchten uns jetzt schon vor dem dritten Schild, auf dem dann steht: „Die große, lange Nacht der Schnitzel“.
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Nikolaus Hausser

EINE VORAHNUNG
In den 70er-Jahren war die Sache auf dem flachen Land doch klar. Wer mit Filter raucht ist eine Pussy, eine Frau, ein Mensch, der ein Spiegelei braten kann, ein wie soll man es nur ausdrücken? Ein richtiger Treckerfahrer raucht: richtig, ohne Filter. Wer will denn schon mit ohne Tabakkrümel im Mund leben? Richtig, niemand. Leider wurden in die Reval ohne Filter zeitweise geschredderte Autoreifen gefüllt, warum sie dann auch etwas streng schmeckten und vermutlich auch auf die Gesundheit gingen. So haben wir heute keine Zeitzeugen mehr, die uns aus dieser Zeit berichten können, denn morgen war schon vorgestern.
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Lars Hung (M)

DAS KLUGSCHEISSER
Vor lauter Liebe, Hege und Pflege des Eichenwaldes sind einem Mitarbeiter des städtischen Forstes die grammatikalischen Unwägbarkeiten zum Verhängnis geworden, oder wie man es auch formulieren könnte: Er sah den 4. Fall vor lauter Bäumen nicht. Was jedoch nicht weiter schlimm ist, denn irgendwo findet sich immer ein Freund der deutschen Grammatik, inklusive einer detailgenauen Fehleranalyse. Forst, äh forsch, penibel und didaktisch einfallsreich wird so dem Delinquenten seine Entgleisung aufgerechnet und ihm wie mit einem Zweig Reisig noch einmal die Feinheiten der deutschen Sprache  um die Ohren gehauen. Da wird der Waldgang zur lehrreichen Unterrichtseinheit – wir Sprachfloristen findens super.
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Nikolaus Hausser

TIERSCHUTZPROGRAMM BRUTAL
Irgendwie beschleicht uns Verbraucher manchmal der Verdacht, dass Tierschutz eine weit weniger romantische Angelegenheit ist als angenommen. Dachten wir bisher doch immer an freilaufende Ferkelchen in wildromantischer Natur, an ein selbstbestimmtes Leben, oder an Schwein­chen, die quieken dürfen bis der Arzt kommt. Wobei ... medizinisch dürften die Schnitzelchen bestens versorgt gewesen sein, also zu Lebzeiten. Aber ganz ehrlich, Marketing ist manchmal perfide und böse, oder?
Text: Nikolaus Hausser

Foto: Bernd Rodrian

ROYAL ALTA
Escht königlisch is diese Dönerbude, da wo der Qualität nischt ist Zufall und überhaupt fragen wir uns ständig, wie kann so ein Unsinn nur auf Leuchtmittel gedruckt werden? Kann das nicht mal verboten werden? Gibt es da keine polizeiliche Verordnung? Kann die EU nicht mal einen eigenen Kommissar dafür benennen? Die regeln doch ständig Dinge, auf die niemand im Traum kommen würde, es sei denn aus ... genau: Zufall.
Text: Nikolaus Hausser