Das zweitbeste Glück

Gespräch mit Klaus Allofs zum Artikel

WOLFSBURGER IN ALLER WELT

Foto: privat

 
Name: André Voigt
Beruf: Chefredakteur
Stadt: Köln
Land: Deutschland

Wo stecken Sie gerade?
Auf dem Balkon meiner Mietwohnung im Kölner Agnesviertel.

Und was machen Sie dort?
Ich schreibe über Basketball für mein Monatsmagazin „FIVE“, das ich zusammen mit vier Freunden vor zehn Jahren hier in Köln gegründet habe. Seit nunmehr 100 Ausgaben versorge ich unter anderem als Chefredakteur die deutschen Fans mit Geschichten rund um die US-Profiliga NBA, die bei uns das Hauptthema ist.

Seit wann sind Sie dort?
Ich bin 1997 nach meiner Ausbildung bei Volkswagen als Industriekaufmann nach Köln an die Sporthochschule gegangen, um dort „Medien und Kommunikation“ zu studieren. Als ich 2000 ein Angebot aus England bekam, ging alles sehr schnell. Ich leitete dort ein Basketballmagazin, wurde nach einem Jahr von einer anderen Zeitschrift in Köln abgeworben. Nach zwei Jahren dort war ich so unzufrieden, dass ich mit den vier anderen „FIVE“ gründete.

Warum sind Sie dort?
Köln ist zu einer zweiten Heimat geworden. Ich kenne die „Veedel“ dort und habe auch meine Frau hier kennengelernt. Allerdings zieht es mich mittlerweile immer öfter zurück nach WOB – mal schauen, ob es nicht bald zur Rückkehr in die Heimat kommt, da ich in meinem Job sehr flexibel bin.

Was vermissen Sie an Wolfsburg?
Meine Familie und Freunde. Ich denke, dass die Menschen, die einem nahe stehen, jede Stadt lebenswert machen. Als ich meine Frau zum ersten Mal mitnahm, konnte ich ihr an jeder Ecke eine Geschichte erzählen. Nur hier fühle ich mich wirklich zu Hause.

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Den Garten meiner Eltern in Ehmen. Dort bin ich als kleiner Junge herumgerannt, als meine Oma und ihre Eltern noch dort lebten.

Gewissensfrage: Welches Auto fahren Sie gerade?
Ich hatte seit meinem Umzug nach Köln kein eigenes Auto. Es lohnt sich hier einfach nicht. Meine Frau brachte aber einen New Beetle mit in die Beziehung, also bin ich dem Konzern über einen Umweg treu geblieben.

Wie oft sind Sie noch hier?
Nicht so oft, wie ich es gern hätte. Das liegt daran, dass ich in meiner Freizeit einen recht ambitionierten Basketballclub vor den Toren Kölns trainiere. Sobald die Saison vorbei ist, mache ich mich aber sofort auf den Weg in die Heimat.

Wollen Sie jemals wieder zurück?
Das ist auf jeden Fall ein Thema. Allerdings ist das natürlich logistisch eine Aufgabe. Zumal Wolfsburg ja momentan sehr beliebt ist und es nicht so leicht sein dürfte ein passendes Haus zu finden. Aber zurück möchte ich mittelfristig schon. Hier habe ich meine Familie und Freunde, hier ist das Leben nicht ganz so hektisch wie in einer Großstadt. Egal, wo du dich gerade in Wolfsburg befindest, du bist innerhalb von 15 Minuten in der Innenstadt oder in einem Wald.

Sonst noch was?
Wolfsburg ist auf einem sehr guten Weg in seiner Entwicklung. Ich finde es immer wieder erstaunlich, was sich in den letzten 15 Jahren getan hat. Ach, und alle Eltern, deren Kinder schon in jungen Jahren groß gewachsen sind, sollten sie zur Basketballabteilung des VfL schicken!