Das zweitbeste Glück

Gespräch mit Klaus Allofs zum Artikel

WOLFSBURGER AUS ALLER WELT

Foto: Thomas Kubiczek

 
Name: Christian Heuer
Beruf: Lehrer
Ort: Stadtmitte
Herkunft: Bremen

Wo kommen Sie her?
Geboren und aufgewachsen bin ich in Bremen-Huchting. Zum Studium ging ich nach Marburg, dann verschlug mich das Schicksal hierher.

Und was machen Sie hier?
Ich arbeite als Lehrer an einem hiesigen Gymnasium.

Seit wann sind Sie hier?
In diesem November feiere ich elfjähriges Jubiläum.

Wieso sind Sie hergekommen?
„Schuld“ ist das niedersächsische Kultusministerium, das mich für das Referendariat an das Studienseminar in Wolfsburg schickte. Anfänglich kannte ich Wolfsburg nur von der Zugdurchfahrt nach Berlin und dachte mir: Wenn der Bahnhof einer Stadt außen so aussieht wie ein Klo von innen, dann kann das ja was werden.

Was schätzen Sie an Wolfsburg?
An der Schule fühlte ich mich sofort wohl. Sowohl unsere Schülerschaft als auch das Kollegium sind sehr angenehm und helfen mir, meine Arbeit zu mögen. Anfänglich schätzte ich auch die Nähe sowohl zur Heimat als auch nach Berlin und anderen Städten, weil Wolfsburg gut angebunden ist. Aber auch die Stadtgeschichte interessierte mich, was sich durch die gelegentliche Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv intensivierte. Schritt für Schritt entdeckte ich das Umland, dann kam mit dem Hallenbad ein Ort zum Ausgehen und schließlich fand ich das große Glück in der Liebe hier in Wolfsburg.

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Unsere Wohnung in Wolfsburg downtown ist meine Heimat! Die schönen Wälder zum Gassi-Gehen mit unserem Hund, den Sauna-Klub und das Hallenbad-Kino sowie das Delphin, gelegentlich das Theater, auch ab und an das Elsterweg-Stadion mit Spielen der Frauen und der U23, manchmal das Schloss und das Kunstmuseum. Und bei einer Buchhandlung in der City-Galerie werde ich namentlich gegrüßt, wenn ich wieder irgendwas Seltsames bestelle. Durch regelmäßiges Essen gehen lernte ich auch die Wolfsburger Gastronomie schätzen.

Gewissensfrage: Welches Auto fahren Sie gerade?
Kein Führerschein, kein Auto, das bisschen ökologisches Gewissen gönnte ich mir. Mittlerweile bin ich passionierter Beifahrer in einem Peugeot.

Was machen Sie am Wochenende?
Siehe oben; vor allem die Kinos sind Fixpunkte. Für richtig gute Konzerte und auch oftmals fürs Theater muss man aber doch die Stadt verlassen.

Sonst noch was?
Wolfsburg ist doch kein Klo von außen, sondern eine sehr lebenswerte Stadt. Tut euch bitte nur den Gefallen und macht aus dieser Stadt nicht eine „kultige“ Stadt, die extrem nah am Puls der Zeit und eigentlich fast so gut wie Berlin ist, das wird auch mit „Movimentos“ und ähnlichen Prestige-Projekten nicht funktio­nieren. Und bitte nicht alle fünf Jahre ein Stadtgeburtstag und Denkmalschutz für alle Gebäude, die älter als fünf Jahre sind.