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Happy Birthday!

Text: Rita Werneyer

„Ich bescheide mich damit, dass ich Porträts male, weil ich es kann und darin meinen Weg zum Menschlichen sehe, einen Spiegel, der mir zeigt, wann und wo und wer und was ich bin.“
Oskar Kokoschka

Oskar Kokoschka, Die Macht der Musik, 1920, Öl auf Leinwand, 100 x 151,5 cm.
Collection Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande.
Foto: Peter Cox, Eindhoven, Niederlande. © Fondation Oskar Kokoschka / VG Bild-Kunst, Bonn 2014


Das Kunstmuseum Wolfsburg wird 20 Jahre alt. 1994 öffnete das neue Haus seine Tore mit einer großen Überblicksschau über das Werk des französischen Künstlers Fernand Léger mit dem Titel „Der Rhythmus des modernen Lebens. 1911-1924.“

Sein 20-jähriges Jubiläum feiert das Kunstmuseum Wolfsburg nun mit einer Ausstellung, die dem Porträtwerk von Oskar Kokoschka (1886-1980), ebenfalls einer der großen Künstler der Klassischen Moderne, gewidmet ist.
Als der junge Oskar Kokoschka in Wien die Bühne der Kunst betrat, traf er mit seinen von leidenschaftlicher Unruhe geprägten Werken auf das Milieu der Wiener Moderne. 1910 ging er nach Berlin, engagierte sich mit seinen Grafiken für Herwarth Waldens expressionistische Zeitschrift „Der Sturm“, stellte zusammen mit den Künstlern der Berliner Secession aus und provozierte mit seinen Bühnenstücken. Oskar Kokoschka avancierte als Maler, Grafiker und Schriftsteller nicht nur zu einem der prominentesten Vertreter der Wiener Moderne, sondern entwickelte sich zu einem der eigenwilligsten Verfechter des Expressionismus, der in seiner Malerei die Dramatik der Pinselführung, wie sie von den Neuen Wilden der 1980er-Jahre praktiziert wurde, vorwegnahm.

Rund 50 Gemälde, 100 Papierarbeiten und zahlreiche Dokumente vermitteln, wie Kokoschka sein künstlerisches Talent anhand der Porträtmalerei entfaltete. In elf Kapiteln geht die Ausstellung zunächst auf die Anfänge seines Werkes in Wien ein, auf die Berliner Jahre 1910 bis 1916 und seine Dresdner Jahre von 1916 bis 1923. Alma Mahler und Kokoschkas Nähe zur Musik, seine Kinderporträts, allegorische Frauenbildnisse, politische Allegorien sowie Tierbildnisse und vor allem seine Selbstbildnisse stehen im Zentrum der Betrachtungen.

Der rote Faden dieser Ausstellung ist die Person Kokoschkas selbst: die Menschen, die er kannte, sein Blick auf den Menschen und die Gesellschaft. Seine Bildnisse von Menschen und Tieren verkörpern die Essenz seiner Weltanschauung. So zeigt diese Ausstellung eine einzigartige persönliche Perspektive auf das 20. Jahrhundert und dessen bedeutende Ereignisse. Kokoschka prägte einen Stil, der auf einmal auch sehr zeitgenössisch anmutet.

Spuren der Moderne
bis 19. Oktober 2014
Vorschau: Oskar Kokoschka – Humanist und Rebell
26. April bis 17. August 2014
 
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