Wie eine Zirkusdirektorin

Interview mit Christel Rothe, der scheidenden Leiterin des Galerie Theaters Wolfsburg zum Artikel

WOLFSBURGER AUS ALLER WELT

 
Name: Rocío Stolze

Beruf: Spanischlehrerin
Ort: Stadtmitte
Herkunft: Santiago de Chile

Wo kommen Sie her?
Hola, ich bin Rocío. Ich komme aus Santiago, der schönen Hauptstadt Chiles. Mit über sechs Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt Chiles. Besonders gefällt mir der Anblick der schneebedeckten Gebirgskette der Anden, von denen Santiago umringt ist. Und natürlich die vielen Straßenkünstler und -händler und kleinen Cafés.

Und was machen Sie hier?
Ich gebe freiberuflich Spanischunterricht und -nachhilfe. Und zwar für alle Altersgruppen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben viel Spaß am Lernen meiner Muttersprache. Ich finde immer wieder neue kreative Wege ihnen diese beizubringen. Es ist toll die Fortschritte meiner Schüler mitzuerleben!

Seit wann sind Sie hier?
Ich lebe seit August 2012 in Deutschland. Vorher war ich schon zweimal zu Besuch. Drei Monate im Jahr 2010 und zwei Monate in 2011. Ich fühle mich hier immer mehr zu Hause.

Wieso sind Sie hergekommen?
Das war göttliche Fügung. Ich habe meinen jetzigen Mann während seines Auslandsjahres in Chile kennengelernt. Wir haben gemeinsam die harte Prüfung einer langen Fernbeziehung bestanden und im Jahr 2012 in Wolfsburg geheiratet. Unsere Geschichte ist filmreif, würde aber den Rahmen sprengen.

Was schätzen Sie an Wolfsburg?
Ich liebe die Naturverbundenheit. Besonders den Allerpark, das Hasselbachtal und die vielen Kaninchen. Aber auch die kulturelle Vielfalt finde ich toll.

Wenn Sie die Augen schließen und an Wolfsburg denken – was sehen Sie?
Ich sehe eine kleine Stadt, viel Grün, Sauberkeit, Ruhe und viele neue Volkswagen. Das sind vor allem die Dinge, in denen sich Santiago deutlich von Wolfsburg unterscheidet.

Gewissensfrage: Welches Auto fahren Sie gerade?
Ich fahre nicht gerne Auto und bevorzuge das Fahrrad. Aber wenn wir Eltern werden, möchten wir einen Touran fahren.

Was machen Sie am Wochenende?
Freitagabends engagiere ich mich als Jugendleiterin in einem christlichen Teenie-Kreis. Wir machen Musik, quatschen, spielen und essen zusammen. Das ist toll! Ansonsten liebe ich Spaziergänge und Wochenendausflüge mit meinem Mann. Am liebsten lerne ich neue Orte kennen.

Sonst noch was?
Mmm... ja. Ich möchte noch kurz der Welt mitteilen, dass Rocío ein Frauenname ist, dass das „R“ auf der Zunge gerollt wird und die Betonung auf dem „í“ liegt. Viele meiner Schüler denken vor dem ersten Kennenlernen, „Rocío“ sei ein Mann. Und über die Aussprache muss ich auch oft schmunzeln. Manche Menschen sind echt kreativ. Ich nehme das mit Humor.